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einem  Konsumverein  angehört,  einem  Manne,  der  mit  emsigern  Bemühen  den  Ast
absägt,  auf  dem  er  lange  sicher  gesessen  hat.
Hausbesitzer  und  Rentner  oder  überhaupt  alle,  welche  durch  Häuserhypotheken ­
  an  Grundstücken  interessiert  sind,  werden  durch  die  Ausdehnung  der  Konsum-Vereine
  aus  das  schwerste  bedroht.  Die  Rentabilitätsberechnung  vieler  Häuser  ist
aus  eine  hohe  Ladenmiete  gegründet.  Wenn  der  Laden  leer  bleibt  und  zur
Wohnung  eingerichtet  werden  muß,  fällt  der  Mietsertrag  des  Hauses  leicht  um
400  Mk.  Das  entspricht  einem  Kapitalverlust  von  10  000  Mk.  Um  ihn  sinkt
der  Wert  des  Hauses,  und  wellenartig  dehnt  sich  dieser  Preissturz  auf  die  Nachbarhäuser ­
  aus.  Ist  nun  ein  solches  Haus  von  etwa  50  000  Mk.  Taxe  mit  40  000  Mk.
Hypotheken  beliehen,  so  wird  der  letzte  Hypothekengläubiger  leicht  kündigen,  und
der  Hausbesitzer  kommt  in  die  größte  Verlegenheit.  Aber,  auch  wenn  der  erste
Hypothekengläubiger  kündigt,  wird  es  schwer  halten,  das  nötige  Geld  zu  beschaffen, ­
  und  da  kann  leicht  der  Konkurs  hereinbrechen,  in  welchem  nun  der  letzte
Hypothekengläubiger  entweder  ausfällt  oder  selbst  das  Grundstück  erwerben  muß.
Dann  hat  er  die  Beschaffung  der  ersten  Hypothek  auf  dem  Halse,  und  es  sind
nicht  viele  so  gestellt,  daß  sie  ohne  weiteres  große  Kapitalien  flüssig  machen  können.
Wer  das  nicht  kann,  verliert  leicht  das,  was  er  hat.  Daher  seien  alle  Hausbesitzer
und  alle  kleineren  Rentiers  eindringlich  gewarnt.  Sie  mögen  ihren  Frauen  auf
die  Finger  sehen,  wo  sie  einkaufen.  Konsumvereine  und  Warenhäuser  müssen  für
sie  ausgeschlossen  sein.  Die  Sicherheit  einer  Hypothek  liegt  nicht  allein  in  dem
beliehenen  Grundstück,  sondern  ruht  in  der  Stabilität  der  gesamten  wirtschaftlichen
Verhältnisse.  Alles,  was  diese  bedroht,  muß  ein  weitsehender  Kapitalist  bekämpfen. ­
  Daher  auch  für  sie:  Weg  mit  den  Konsumvereinen!
Wer  bleibt  denn  da  eigentlich  noch  übrig,  der  ein  Interesse  an  den  Konsum-Vereinen
  haben  könnte?  —  Die  Großkaufleute  als  Lieferanten!
Einige  machen  ja  jetzt  noch  ganz  gute  Geschäfte  mit  den  Konsumvereinen.
Erstens  ist  ihre  Zahl  aber  sehr  gering,  zweitens  ist  das  Geschäft  wegen  der
Brutalität  der  meist  am  Größenwahn  leidenden  Geschäftsführer  äußerst  unangenehm ­
  für  jeden  kaufmännisch  feinfühlenden  Mann,  und  drittens  ist  die
Sicherheit  des  Geschäfts  höchst  fraglich.  Schon  bestehen  Großeinkaufsgenossenschaften ­
  unter  den  Konsumvereinen,  und  wie  lange  wird  es  dauern,  bis  durch
den  weiteren  Zusammenschluß  auch  die  Handelsherren  in  Bremen  und  Hamburg
aus  dem  Lieferungsgeschäft  der  Konsumvereine  ausgeschaltet  sind?
Sonst  spricht  man  von  der  belebenden  Kraft  des  Handels.  Seine  Wege
waren  früher  bezeichnet  durch  das  Aufblühen  von  Städten  und  Ländern.  Wo  sich
die  Konsumwirtschaft  zeigt,  herrscht  die  Ruhe  des  Kirchhofs.  Ist  dies  das  Ziel  des
modernen  Handels?
Gegen  die  Schäden  der  anderen  Stände  hat  auch  Herr  Staudinger  weiter
Suchsland,  Schutz-  und  Trutz-Waffen.  4