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fernen.  Was  die  Galle  als  Lösungsmittel  für  den  Einzelkörper  ist,  das  ist  die
Wahrheit  für  den  Volkskörper.  Es  gibt  keine  Schwierigkeit,  die  nicht  durch  sie
beseitigt  werden  könnte.  Freilich  ist  sie  vielen  auch  bitter.  Wenn  man  sich  aber
in  ihrem  Gebrauch  übt,  gewöhnt  man  sich  schon  an  sie.  Also  bezwingen  Sie  Sich
nur,  Herr  Staudinger,  und  seien  Sie  recht  freundlich!  Ich  bin  ja  auch  mit  der
Anwendung  dieser  Medizin  für  Ihren  Persönlichen  Gebrauch,  soweit  er  durch
Ihren  offenen  Brief  bedingt  ist,  fertig.
§  34.
Barzahlung"  Nur  eine  kleine  Nachkur  müssen  Sie  Sich  noch  gefallen  lassen.  Ich  sehe  da
ber ö errtneî*”*  nämlich  soeben  noch  auf  Seite  13,  daß  Sie  von  den  Konsumvereinen  behaupten,
sie  bezahlten  ihre  Lieferanten  stets  bar,  und  dadurch  gewährten  sie  ihren  Arbeitern
eine  Erhöhung  der  Lebenshaltung.  Da  diese  Renommisterei  ebenso  wie  die
andere,  daß  die  Erziehung  der  Arbeiter  zur  Barzahlung  durch  die  Konsunwereine
zum  eisernen  Bestand  der  Konsumvereinspropheten  gehört  und  eine  Widerlegung
dieser  Unwahrheiten  also  öfter  geboten  sein  wird,  will  ich  sie  hier  durch  das
hygienische  Lösungsmittel  der  den  Konsumvereinen  galligen  Wahrheit  in  das  ihnen
gebührende  Nichts  auflösen.  Es  dauert  nicht  lange.  Vor  mir  liegt  das
offizielle  Jahrbuch  des  Allgemeinen  Verbandes  der  auf  Selbsthilfe  beruhenden
deutschen  Erwerbs-  und  Wirtschaftsgenossenschaften  für  1901."  Eine  neuere  Auflage ­
  gibt  es,  glaube  ich,  noch  nicht.  In  ihm  befinden  sich  auf  den  Seiten  174
bis  269  die  Rechnungsabschlüsse  von  638  der  dem  allgemeinen  Verbände  damals
angehörenden  Konsumvereine.  Die  Abschlüsse  sind  von  den  Vereinen  selbst  eingeschickt ­
  und  geben  Auskunft  über  46  Punkte.  Kolumne  11  bezieht  sich  auf  den
Warenbestand,  Kolumne  24  ist  überschrieben  „Warenschulden  der  Genossenschaft",
Kolumne  15  bezieht  sich  auf  Außenstände  bei  den  Mitgliedern  und  Kolumne  30  a
auf  den  Umsatz  im  Genossenschaftslager.  Hören  wir,  was  dieses  Quartett  von
Kolumnen  für  ein  Liedlein  von  den  berühmten  Barzahlungen  der  Konsum-Vereine
  singt!
Von  den  638  Vereinen  haben  nur  221  keine  Geschäftsschulden,  die  417
anderen  Vereine  sind  mit  solchen  belastet.  Nun  sind  die  Summen  bei  einer
ganzen  Anzahl  allerdings  sehr  klein,  zum  Teil  verschwindend,  aber  bei  außerordentlich
  vielen  sind  sie  wieder  enorm  hoch,  bei  einigen  liegt  Überschuldung  vor.
So  hat  Lindhorst  105  Proz.,  Nixdorf  112  Proz.,  Osterholz-Scharmbeck  125  Proz.
Warenschulden.  Der  sozialdemokratische  Konsumverein  in  Dessau  hat  37,5  Proz.
Warenschulden,  und  trotzdem  hatte  am  2.  Juli  der  sozialdemokratische  Reichstagsabgeordnete
  Peus-Dessau  in  einer  öffentlichen  Versammlung  zu  Eisenach  die
Stirn  zu  behaupten,  daß  die  Konsumvereine  wegen  ihrer  Barzahlung  beim  Einkauf
von  Waren  ihren  Mitgliedern  ganz  besondere  Vorteile  gewähren  könnten.  Alle