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nicht  so  aufdringlicher  Weise  geschieht,  wie  in  den  Warenhäusern,  ist  nur  311
loben.  Es  hat  das  außer  anderem  noch  den  Vorteil,  daß  die  Käuferinnen  nicht
zu  Gelegenheitsdiebstählen  verführt  werden,  durch  welche  schon  unsägliches  Unheil
in  ehrenwerte  Familien  gebracht  ist.  Spricht  man  doch  jetzt  von  einer  Art
Stehlsucht,  die  durch  scheinbar  achtlose,  aber  sehr  sorgfältig  kontrollierte  Art  des
Auslegens  in  den  Warenhäusern  gezüchtet  ist.  In  ganz  hinterlistiger  Weise  wird
das  Publikum  erst  angelockt,  dann  in  Versuchung  geführt  und  endlich  ertappt.
Auch  Verkäuferinnen  werden  oft  auf  diese  Weise  unglücklich  gemacht.  Man
könnte  eher  hier  von  einer  Liederlichkeit  und  Bummelei  reden,  müßte  allerdings
noch  „organisiert"  zufügen.  O,  diese  Organisten  können  alles!  Nur  auf  eins
lassen  sie  sich  nicht  ein,  auf  Borgen,  d.  h.  auf  Borgen  an  das  Publikum,  sie  selbst
borgen  ganz  tüchtig,  wie  bei  den  immer  häufiger  werdenden  Konkursen  zutage
tritt  und  auch  sonst  durch  Klagen  der  Lieferanten  bekannt  wird.  Aber  dem
Publikum  borgen  sie  nicht,  das  ist  richtig.  Das  ist  auch  sehr  weise  und  nützlich
für  die  Warenhäuser;  ob  es  aber  auch  für  die  Frauen  nützlich  ist  und  weise  von
ihnen,  wenn  sie  nur,  „um  mal  zu  sehen",  in  ein  Warenhaus  gehen  und  dann
verlockt  durch  die  scheinbare  Billigkeit,  ihre  Ruhe  verlieren  und  kaufen,  kaufen,
kaufen,  bis  sie  ihre  gesamte  Barschaft  losgeworden  sind,  das  ist  eine  andere  Frage.
Diese  Fälle  der  plötzlich  und  trotz  festester  Vorsätze  auftretenden  Kaufmanie  sind
gar  nicht  selten.  Man  fand  sie  früher  auf  Jahrmärkten,  wo  durch  Musik,
Spiel  und  den  Genuß  geistiger  Getränke  die  Besonnenheit  der  Käufer  ins
Wanken  gebracht  wurde.  Und  mit  einem  Jahrmarkt  Haben  in  der  Tat  viele
Warenhäuser  die  größte  Ähnlichkeit.  Sie  unterscheiden  sich  im  wesentlichen  nur
durch  ihre  Dauer  das  ganze  Jahr  hindurch,  durch  die  größere  Wetterbeständigkeit
ihrer  Überdachung  und  durch  die  in  die  Höhe  gehende  Ausdehnung  ihrer  Auslagen.
Musik,  Darbietungen  von  Speisen  und  Getränken,  auch  sonstige  Jahrmärkten ­
  öden  sind  vorhanden.  Sollte  das  nicht  dazu  anregen,  den  Warenhäusern
dieselben  Schranken  wie  den  Jahrmärkten  aufzuerlegen  in  Gestalt
von  Konzessionsverpflichtung  und  Extrabesteuerung?
§43.
loiulcn^oMtab*  Zum  Trost  für  die  unverdiente  und  kurzsichtige  Anfeindung,  der  die
ş'Grobbetricbcn°"  Màuser  als  Großbetriebe  von  seiten  der  Mittelstandsfrennde  ausgesetzt  sind,  und
zugleich  zum  abschreckenden  Beispiel  für  ein  Nachfolgen  alls  diesem  Wege  wird  in
einer  Fußnote  der  Fluch  der  Lächerlichkeit  erwähnt,  dem  die  verfallen  sein  sollen,
welche  zu  Beginn  der  Maschinenära  die  Fabriken  bekämpft  hätten  und  sogar  den
Bau  von  Eisenbahnen  und  Straßenbahnen  hätten  verhindern  wollen.  —  Es
klingt  immer  sehr  gut,  wenn  das  gesagt  wird.  In  öffentlichen  Versammlungen
und  am  Biertisch  wirkt  solche  Beweisführung  meist  schlagend.  Sie  gehört  daher