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Publikum  aus  einer  Person,  die  noch  dazu  vielleicht  die  Waren  als  Scheinkäuferin
wieder  abzuliefern  hat.  Das  ist  die  „technisch  bessere  Form  des  Warenhausbetriebs". ­

Wer  aufpaßt,  wird  z.  B.  auch  finden,  daß  billige  Massenangebote,  welche  nur
den  Zweck  haben,  glauben  zu  machen,  daß  auch  andere  nicht  ausgezeichnete  Artikel
so  billig  seien,  dadurch  vor  Kauf  geschützt  werden,  daß  man  Offerten  macht  zu
einer  Zeit,  in  der  man  ziemlich  sicher  ist,  daß  die  Gegenstände  wenig  gefragt
werden.  Bei  lange  anhaltender  Trockenheit  stellt  man  billige  Regenschirme,  bei
langer  Regendauer  billige  Sonnenschirme  aus.  Ändert  sich  das  Wetter,  so  werden
die  ausstehenden  Schirme  flugs  hineingenommen,  und  die  sich  einstellenden
Käuferinnen  hören,  daß  die  gefragten  Gegenstände  viel  teurer  geworden  sind,  weil
die  Gelegenheitskäufe  schon  Liebhaber  gefunden  haben.
§  48.
Ganz  besonders  niederträchtig  ist  die  Art,  bestimmte  Geschäfte  durch  dauernd
auffällig  billiges  Auszeichnen  einzelner  Gegenstände  in  den  Augen  des  Publikums  Warenhausgeisics.
als  teuer  zu  diskreditieren.  Diese  heimtückische  Manier  mag  durch  folgende  Geschichte ­
  illustriert  werden:
In  irgend  einem  Schaufenster  sieht  eine  Frau  eine  Bluse.  Sie  gefällt  ihr,
aber  sie  ist  mit  8  Mk.  ausgezeichnet,  und  das  stimmt  nicht  mit  dem  Etat.  Da
bleibt  sie  vor  dem  Fenster  eines  Warenhauses  stehen.  Wer  beschreibt  ihren  freudigen ­
  Schreck!  Dieselbe  Bluse  in  Form,  Stoss  und  Größe!  Und  was  steht  daran?
5  Mark!  Rein,  so  ein  Glück!  Diesen  Betrag  hat  sie;  also  hinein  in  das  süße
Geschäft!  Klopfenden  Herzens  fragt  sie  nach  dem  Gegenstand,  der  bald  das  unruhige ­
  Ding  in  der  Brust  selbst  bergen  soll.  In  der  Tat,  es  stimmt,  es  ist  kein
Schreibfehler.  „Freilich  ist  man  wie  überhaupt  sehr  billig  im  Auszeichnen  gewesen", ­
  aber  für  5  Mk.  kann  die  Bluse  abgegeben  werden.  Was  schadet  es,  daß
der  Stoff  vielleicht  minderwertig  oder  ein  kleiner  Schnittfehler  daran  ist.  Das
Geschäft  wird  abgemacht.  Ob  nicht  noch  anderes  gefällig  ist?  Einige  Kleinigkeiten
werden  aus  augenblicklicher  Dankbarkeit,  größere  Posten  später  mitgenommen. ­
  Außerdem  ist  eine  Heroldin  für  die  Solidität  des  Warenhauses  gewonnen, ­
  wie  es  eine  Annonee  für  100  Mk.  nimmermehr  ist.
Ja,  fragen  wir,  hat  denn  die  Frau  nicht  recht,  ihr  Erlebnis  überall  zu
verbreiten?  Sie  glaubt  es  gewiß,  und  doch  ist  sie  die  Verbreiterin  eines  empörenden ­
  Betrugs.
Wenn  die  Modewarengeschäfte  des  Ortes  ihre  neuen  Ausstellungen  in  den
Schaufenstern  gemacht  haben,  dann  gehen  einige  Rayonchefs  oder  jüngere  Vertrauensleute ­
  einiger  Warenhäuser  hin  und  sehen  zu,  ob  sie  nicht  ähnliche  oderganz
  gleiche  Gegenstände  haben,  wie  sie  dort  ausstehen.  Ist  dies  der  Fall,  und