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§  56.
Aufklärung.  Als  erstes  Mittel  der  Selbsthilfe  ist  die  Aufklärung  31t  nennen.  Dieselbe
hat  stets  zu  betonen,  daß  es  sich  bei  dem  Ruin  des  gewerblichen  Mittelstandes
um  eins  der  Fundamente  unseres  Staates  handelt.  Das  ist  nicht  in  jeder  Situation
möglich,  weil  dazu  ein  weiteres  Ausgreifen  auf  nationalökonomische  und  politische
Gebiete  nötig  ist.  Auch  gehört  dazu  eine  genaue  persönliche  Bekanntschaft.  Deshalb ­
  ist  es  besser,  wenn  der  schriftliche  Weg  betreten  wird,  und  dazu  sind  au,
besten  Broschüren  geeignet.  Solche  Lektüre  wirkt  nachhaltiger  als  das  gesprochene ­
  Wort  und  kann  jedem  leicht  ins  Haus  geschickt  werden.  Man  denke  aber
bei  der  Auswahl  der  Adressaten  ja  nicht  nur  an  Konsumvereinsmitglieder  oderbekannte
  Warenhausläufer.
Es  ist  durchaus  unpraktisch,  eine  schwere  Arbeit  am  schwierigsten  Ende
anzllfassen.  Ein  Knaul  wickelt  sich  am  besten  von  da  auf,  wo  sich  das  Ende
einem  von  selbst  entgegenstreckt.  Man  sende  vor  allem  passende  Broschüren  an
treue  Kunden  und  verständige  Familien.  Bei  dieser  Gelegenheit  danke  man
ihnen  und  bitte  sie,  auch  ferner  im  freien  Geschäftsverkehr  zu  bleiben.  Das  ist
nötig,  weil  täglich  viele  Versucher  auch  an  Wohlgesinnte  herantreten.  Durch
Zusendung  von  Dankschreiben  aber  werden  nicht  nur  die  alten  Kunden  erhalten,
was  das  Wichtigste  und  Leichteste  ist,  sondern  diese  werden  auch  zu  Bundesgenossen ­
  und  Helfern  in  dem  Kampfe  des  gewerblichen  Mittelstandes,  weil  ihnen
durch  die  Lektüre  neue  Gesichtspunkte  und  klare  Tatsachen  für  die  Unterstützung
und  begriffliche  Erfassung  ihrer  ihnen  öfter  nur  dunkel  vorschwebenden  wohlmeinenden ­
  Gesinnung  geboten  werden.  Geeignete  Anschreiben  erhalten  solche
Gewerbetreibende,  welche  die  von  mir  verfaßten  Broschüren  als  Aufklärungsschriften ­
  verschicken  wollen,  von  der  Buchhandlung  des  Waisenhauses  in  Halle
gratis  in  der  gewünschten  Anzahl.
Bekannte  und  fanatische  Konsumvereinsmitglieder  verschone  man  überhaupt
mit  Zusendungen.  Es  ist  schade  um  das  Porto  und  um  die  Broschüren.  Sie
halten  den  Konsumverein  auch  nicht,  wenn  das  Gros  der  nicht  Fauatisierteu
belehrt  dem  Verein  den  Rücken  gekehrt  hat.  Denn  die  Fanatiker  wollen  nicht
durch  sich,  sondern  durch  die  anderen  verdienen,  indem  sie  Stellenjägerei  betreiben. ­
  Sie  ekeln  sich  später  allein  aus  dem  Verein  heraus.  Nur  die  recht
und  billig  Denkenden  berücksichtige  man  bei  einer  Schriftenverteilung.  Auch  sie
werden  am  besten  in  einem  Begleitschreiben  angeredet.  Hierfür  passende  Begleitschreiben ­
  stehen  gleichfalls  gratis  für  meine  Broschüren  zur  Verfügung.
Eine  gut  ausgestattete  Broschüre  ist  viel  besser  als  ein  vergängliches  Flugblatt. ­
  Flugblätter  nützen  gar  nichts,  namentlich  nicht  kurzgefaßte,  mit  einigen
Schlagworten  versehene.  Sie  verbittern  bloß  und  lösen  die  Frage  nicht,  können