kommt,  die  Käufer  zu  veranlassen,  die  Sparsumme  für  Weihnachten  zu  reservieren,
um  so  größer  wird  ihr  Gegengewicht  gegen  die  Konsumvereine  werden.  Ich
habe  versucht,  diese  Idee  in  der  später  zu  beschreibenden,  von  mir  vorgeschlagenen
und  für  Halle  mit  Umgegend  in  der  Ausführung  begriffenen  Rabatt-Prämienverlosung ­
  zu  realisieren,  indem  die  Anteilnahme  an  der  Verlosung  an  die  Bedingung ­
  der  Aufsparung  von  mindestens  30  Mk.  pro  Jahr  geknüpft  ist.  Da  ich
aber  auch  nicht  verkenne,  daß  es  Situationen  gibt,  welche  es  wünschenswert
machen  tonnen,  schon  gelegentlich  geringere  Sparsummen  zur  Auszahlung  zu
bringen,  so  ist  vielleicht  das  gemischte  System  richtig,  daß  einerseits  kleinere
Bücher  ausgegeben  werden,  aber  andererseits  durch  die  Bedingung  bei  der  Rabatt-Prämienverlosung
  ein  gewisser  Druck  für  das  Sammelaufsparen  der  Rabatte
geübt  wird.
Auf  alle  Fälle  ist  die  Bildung  von  Rabatt-Spar-  Vereinen ­
  in  allen  Städten  mit  den  umliegenden  Dörfern  eine  absolute ­
  Notwendigkeit  für  die  Gewerbetreibenden.  Durch
Einbeziehung  der  Dörfer  werden  die  Landbewohner  auf  die  Benutzung  der  den
Rabatt-Spar-Vereinen  angehörenden  Geschäfte  der  Städte  hingewiesen,  um  ihre
auf  den  Dörfern  begonnenen  Bücher  zu  füllen,  und  es  werden  die  Konsumvereine
auf  den  Dörfern  zur  Auflösung  gebracht.  Dadurch  vollzieht  sich  eine  Befreiung
von  dem  sozialdemokratischen  Druck,  der  durch  die  Lagerhalter  der  Konsumvereine  auf
der  Bevölkerung  lastet.  Wie  sehr  die  Sozialdemokratie  die  Rabatt-Spar-Vereine
fürchtet,  kann  man  aus  ihrem  andauernden  Wutgeschrei  gegen  diese  gemeinnützigen
Einrichtungen  ersehen,  und  wie  stark  die  Anziehungskraft  der  Rabatt-Spar-Vereine
  ist,  erhellt  aus  deren  Benutzung  auch  von  seiten  der  erpichtesten  Konsumvereinspropheten. ­
  So  hatte  ich  in  Eisenach  am  2.  Juli  Gelegenheit,  einen  sozialdemokratischen ­
  Reichstagsabgeordneten  aus  Dessau  in  einer  öffentlichen  Versammlung ­
  zu  hören,  welcher  sich  nicht  genug  tun  konnte  in  dem  Beschimpfen  der
Rabatt-Spar-Vereine  und  jeden  auf  das  heftigste  verurteilte,  der  sich  von  diesen
Verirrungen  des  gewerblichen  Lebens  verlocken  ließe  in  Geschäften  zu  kaufen,
welche  einem  Rabatt-Spar-Verein  angehören.  Aber  siehe,  am  10.  Juli  erhielt
ich  durch  meine  Dessauer  Freunde  Zeitungen  zugeschickt,  in  denen  der  Rabatt-Spar-Verein
  Dessau  die  überraschende  Mitteilung  brachte,  daß  Herr  ....  aus
Dessau  zu  den  eifrigen  Sammlern  der  Rabattsparmarken  gehört,  wie  aus  den
zur  Vernichtung  eingereichten  Sparbüchern  hervorgegangen  war.  Auf  Agitationsreisen ­
  wird  auf  das  geschimpft,  was  man  selbst  zu  Hause  tut.  Wenn  ich  das
doch  schon  am  2.  Juli  gewußt  hätte!  Ich  hatte  auch  so  schon  genug  Material
gegen  den  Herrn,  aber  es  wäre  doch  interessant  gewesen,  eine  persönliche  Aufklärung ­
  über  den  zutage  getretenen  Zwiespalt  zwischen  dem  Handeln  und  Reden
des  vielseitigen  Herrn  zu  erhalten.  Vielleicht  hätte  er  dasselbe  geantwortet,  was