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im  sozialdemokratischen  Anhaltischen  Blatt  steht,  daß  es  nämlich  sehr  ungehörig
sei,  Privatverhältnisse  einer  Familie  in  die  Öffentlichkeit  zu  ziehen.  Die  sozialdemokratischen ­
  Hörer  würden  auch  dazu  geklatscht  haben,  denn  so  etwas  tut  die
Sozialdemokratie  nie!
Für  die  Gewerbetreibenden  ist  dies  alles  ein  Grund  mehr,  recht  flott  mit  der
Gründung  von  Rabatt-Spar-Vereinen  vorzugehen,  und  in  ihrem  Betrieb  j  a  n  i  ch  t
kleinlich  zu  sein.  Es  muß  für  jedes  Geschäft  Ehrensache  werden,  allen
Käufern  Sparmarken  anzubieten,  ja  sie  ihnen  aufzunötigen.  Der  Rabatt  ist  nicht
als  Geschenk  anzusehen,  sondern  als  notwendiges  Glied  in  der  Berechnung.  Ein
Geschäft,  das  sich  öfter  erinnern  läßt,  den  Rabatt  zu  geben,  muß  aus  dem  Verein
ausgeschlossen  werden.
Herr  Staudinger  bezeichnet  „die  Händler-Rabatt-Spar-Vereine  als  eine
Fäulniserscheinung  am  sozialen  Körper.  Alle  niedrigen  Triebe  der  Menschen--seele,
  die  die  Dummheit,  die  Eitelkeit,  die  Gewinnsucht  zu  egoistischer  Täuschung
und  Ausbeutung  der  Nebenmenschen  benutzen,  würden  hierdurch  geradezu
systematisch  großgezogen".  Die  Rabatte  würden  auf  die  Ware  vorher  aufgeschlagen, ­
  bei  den  Konsumvereinen  aber  nicht.  Was  sind  denn  die  Dividenden
der  Konsumvereine  anders,  als  vorher  aufgeschlagene  Prozente?  Kann  denn
überhaupt  ein  Geschäftsmann  von  etwas  anderem  leben  als  vom  Profit?  Es
kommt  nur  darauf  an,  daß  dieser  sich  in  passenden  Grenzen  bewegt.
Darauf  müssen  die  Geschäftsleute  schon  wegen  der  Konkurrenz  halten.  Die
Konsumvereine  haben  aber  oft  keine  Konkurrenz  und  daher  schlagen  sie  tüchtig  auf,
um  nachher  hohe  Dividenden  geben  zu  können.  Wird  dann  10%  oder  15%
bekanntgemacht,  so  sind  alle  im  Augenblick  zufrieden,  und  niemand  sieht  den
Geschäftsführern  auf  die  Finger,  obwohl  sie  sich  oft  durch  betrügerische  Manipulationen ­
  bereichern.  Ich  habe  das  in  meinen  „Notwahrheiten  über  Konsum-Vereine"
  eingehender  erörtert,  und  deshalb  sind  die  Konsumvereinsvorstände  sehr
wütend  auf  mich.  Denn  nichts  schadet  den  Konsumvereinen  mehr,  als  wenn  die
Mitglieder  einmal  schwarz  auf  weiß  sehen,  wie  es  von  vielen  Verwaltungen  getrieben ­
  wird.  Ahnen  tun  es  ja  viele  Mitglieder  selbst  schon;  denn  als  ich  in
der  den  „Notwahrheiten"  zugrunde  liegenden  sozialdemokratischen  Versammlung
die  Worte  spracht):  „Die  Herren  Vorstände  in  vielen  Konsumvereinen  haben
nämlich  auch  Taschen"  usw.,  da  blinzelten  sich  an  den  meisten  Tischen  die  Zuhörer
an,  und  ich  vernahm  von  mehreren  Tischen  in  meiner  Nähe  die  Worte:  „Da  hat
er  recht,"  die  Lagerhalter  aber  und  Obergenossen  liefen  kirschrot  an  und  wurden
ganz  rabiat.  Wie  weit  Herr  Staudinger  in  diese  Verhältnisse  eingeweiht  ist,
weiß  ich  nicht.  Es  mag  aber  zu  seiner  Belehrung  dienen,  daß  in  der  General-1)

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