43

mit  einem  steuerpflichtigen  Umsatz  von  178  V2  Mill.  Mk.,
die  über  3  Mill.  Mk.  Steuer  zahlten,  im  J.  1903  blos  noch
73  Warenhäuser  mit  einem  Umsatz  von  1431/4  Mill.  Mk.
und  1,9  Mill.  Mk.  Steuer.  Der  Jahresumsatz  ist  also  um
1/5  gesunken,  die  Gesamtzahl  der  Warenhäuser  hat  um  V3
(also  noch  stärker  als  der  Umsatz)  abgenommen.
In  Berlin,  das  doch  an  Riesenbazaren  so  reich  ist,
betrug  die  Steuer  1901  nur  1600  000  Mk.,  1903  sogar  bloss
718  000  Mk.,  in  Breslau  1901  .  .  .  82  000  Mk.,  in  Frankfurt
a.  M.  1903  .  .  .  58500  Mk.  (d.  Zahlen  sind  abgerundet),  i)
Die  Steuer  zeigt  also  in  Preussen  einen  weit  bedeutenderen ­
  Rückgang  als  in  Bayern;.dies  ist  sicher  nicht,  wie
das  Berl.  Tagebl.  meint,  ein  Zeichen  dafür,  dass  die  Klagen
über  das  starke  Anwachsen  der  grosskapitalistischen  Betriebe ­
  übertrieben  sind,  sondern  es  geht  blos  daraus  hervor, ­
  dass  sich  viele  Warenhäuser,  um  der  Sonderbesteuerung ­
  zu  entgehen,  in  Spezialgeschäfte  umwandelten,  (vgl.
p.  37.)  ;  dadurch  wurden  dann  bis  zu  einem  gewissen  Grad
die  übrigen  Warenhäuser  die  Konkurrenz  los  und  konnten
sich  noch  kräftiger  als  bisher  entwickeln,  ln  preussischen
Handelskreisen  hält  man  die  ganze  Steuermassregel  für  verfehlt ­
  ;2)  in  Halle,  wo  eine  gemeindliche  Warenhaussteuer  eingeführt ­
  werden  sollte,  stellte  der  Bürgermeister  Ermittlungen
über  die  Wirkungen  der  preuss.  Warenhaussteuer  an  und  kam
zu  dem  Schluss,  dass  sie  den  beabsichtigten  Zweck  eines
Schutzes  der  kleineren  und  mittleren  Geschäfte  nicht  erreichte.3)
  Im  Abgeordnetenhaus  wird  von  den  „Mittelstandsparteien“, ­
  welche  die  bisherige  Erfolglosigkeit  der  Steuer
ebenfalls  einsehen,-^)  versucht,  eine  Verschärfung  der  Umsatzsteuer ­
  durchzuführen.
*)  Nach  d.  „Konfektionär;“  Frkft.  Ztg.  28,  Sept.  04;  Augsb.  Abdztg.
2.  Juli  04.  Berl.  Tagebl.  8.  Sept.  03.
2)  Vgl.  bes.  das  Referat  des  Generalsekretärs  S  t  u  in  pf-üsnabrück
  über  die  Wirkungen  der  Warenhaussteuer,  gehalten  am  20.  März
1902  in  einer  Sitzung  der  rheinisch-westfälischen  Handelskammer  in  Essen.
3)  Fkft.  Ztg.  1.  Sept.  1904.
Einer  der  ansehnlichsten  Vertreter  der  Mittelstandsparteien,  der
Abg.  J  akobsk  Otter,  sagte  auf  der  29.  Hauptversammlung  der  Vereinigung ­
  der  Steuer-  und  Wirtschaftsreformer:  .  .  .  „Die  Warenhäuser