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Im  übrigen  haben  die  Wirte  auch  den  Weg  der  Selbsthilfe ­
  betreten.  Sie  suchten  die  Brauereien  zu  zwingen,
an  Händler  kein  Bier  mehr  abzugeben  ;  dies  gelang  meistens
nicht,  1)  da  die  Händler  den  Handel  mit  fremdem  Bier  weiter
betrieben  und  so  die  einheimischen  Brauereien  veranlassten,
ebenfalls  wieder  Bier  an  sie  abzugeben.  In  München,  wo
der  Kampf  der  Wirte  gegen  dis  Händler  besonders  lebhaft
ist,  wurde  eine  „Flaschenbierabfüllgenossenschaft“  gegründet,
die  den  Zweck  hatte,  von  den  Brauereien  in  grossen  Mengen
das  Bier  zu  kaufen,  und  zu  billigen  Preisen,  in  Flaschen
abgefüllt,  an  die  einzelnen  Mitglieder  abzugeben.  Die  Genossenschaft ­
  konnte  jedoch  ihr  Ziel  nicht  erreichen.  ^

15.  Besteuerung  der  Mühlen.^)
Eine  der  wichtigsten  Fragen  der  Steuerreform  war
die  Besteuerung  der  Mühlen.  Diese  gab  zu  langwierigen
parlamentarischen  Kämpfen  zwischen  Abgeordnetenkammer
und  Reichsrat  Anlass,  und  noch  im  letzten  Moment  drohte
die  ganze  Gesetzesvorlage  an  dieser  Klippe  zu  scheitern;
nur  durch  das  energische  vermittelnde  Eingreifen  des  Ministers ­
  gelang  es  schliesslich,  eine  Einigung  zu  erzielen.
Nach  dem  Gewerbesteuergesetz  von  1881  war  unterschieden ­
  zwischen  kleineren  und  grösseren  Wassermühlen ­
  und  zwischen  kleineren  und  grösseren  Kunstmühlen ­
  mit  steigenden  Normalanlagen  und  Betriebsanlagen, ­
  letztere  nach  dem  Vermahlungsquantum  bemessen.^)
D  In  Stuttgart  ist  dies  gelungen  (10,  Deutsch.  Gastwirtstag  ;  Referat ­
  über  d.  Flaschenbierhandel;  13.  Aug.  1901).
2)  Aussch.  d.  Abg.-Kammer  1898/9.  Beil.  Bd.  XXI,  Beil.  1215;
p.  216,  217.  Beil.  1219.  p.  313—318.  Beil.  1289.  p.  651  —  654.  Beil.
1289  a;  p.  669  u.  670.
St  en.  Ber.  Bd.  13.  —  1899.  479.  Sitzung;  p.  490—496.  498.
Sitzung;  p.  933—937.  503.  Sitzung;  p.  1084—1087.
Aussch.  d.  K.  d.  R.  R.  Prot.  588—598;  Beil.  Bd.  VIII.;  p.  82.
IX.  Prot.  p.  17—19.
Kammer  der  R.  R.  59.  Prot.  p.  272—293.  61.  Prot.  p.  419—451.
8)  Tar.  No.  137.