80

günstiger  weiter  entwickelt  hätte  als  die  Industrie  der
andern  deutschen  Bundesstaaten.  Im  Gegenteil  ;  In  Bayern
hatten  Industrie  und  Grosshandel  die  geschäftliche  Krisis
im  J.  1900/1  viel  besser  überwunden,  die  Zahl  der  Fallimente ­
  auf  dem  Gebiet  finanzieller  Unternehmungen  war
weit  geringer  als  in  andern  deutschen  Staaten.  Die  bei
den  Aktiengesellschaften  verteilten  Dividende  und  Tantiemen
haben  sich  nicht  vermindert,  i)  die  Kurse  der  Aktien  sind
nicht  etwa  auffallend  gesunken.  In  der  Pfalz,  wo  sich
vermöge  ihrer  geographischen  Lage  eine  steuerliche  Benachteiligung ­
  der  inländischen  Industrie  gegenüber  der  ausserbayrischen
  in  erster  Linie  fühlbar  machen  müsste,  ist  die
Zahl  der  industriellen  Anlagen  und  der  in  diesen  beschäftigten ­
  Arbeiter  in  den  letzten  Jahren  (in  Anbetracht  der
wirtschaftlichen  Krise)  eine  wohl  befriedigende.

Jahr  2)

Zahl  der  industriellen  Anlagen

insgesamt

mit  über
5  Gehilfen

Gesamtarbeiterzahl ­


1897
1898
1899
1900
1901
1902

1198
1252
1220
1233
1137
1201

974
1032
1054
1061
1042
1053

61  721
64  704
66  745
69  528
67  241

66  289

Die  Klagen  über  die  hohe  Besteuerung,  welche  von
seiten  der  Grossbetriebe  anfangs  laut  ertönten,  »)  wurden

1)  Siehe  z.  B.  Stat.  d.  Kurse  der  pfälz.  Aktien;  Hk.  d.  Pfalz  1902;
p,  149;  Kursnotierungen  v.  J.  1900—1903  (Augsb.  Abdztg.  0.  Jan.  1904).
2)  Pfälzische  Handelskammer  1902  11.
Siehe  Handelskammerberichte.