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Ausschlag  gaben  die  sozialpolitischen  Gründe,  die  Steuerlast ­
  von  den  schwächeren  Schultern  auf  die  leistungsfähigeren ­
  abzuladen.  Trotzdem  wurde  der  Erfolg  erzielt,
dass  die  Gewerbesteuerquelle  weit  reichlicher  floss  als
früher.  Denn  wie  man  aus  obiger  Tabelle  sieht,  ist  die
Gewerbesteuersumme  in  der  Finanzperiode  1900/1  ausserordentlich ­
  gewachsen,  weit  stärker  als  in  den  früheren
Jahren.  Die  sprunghafte  Zunahme  der  Steuer  wird  daher
nur  zum  kleineren  Teil  der  allgemeinen  gewerblichen  Entwicklung ­
  und  dem  Aufschwung  von  Handel  und  Industrie
zu  verdanken  sein;  hauptsächlich  ist  sie  eine  Folge  der
neuen  Steuergesetze  ;  i)  im  J.  1902/3  findet  dann  wieder
das  normale  langsame  Anwachsen  der  Steuersumme  statt.
Wie  diese  Steuerlast  auf  die  Pflichtigen  verteilt  wurde,
zeigen  folgende  Tabellen  :

0  Der  Finanzminister  v.  Riedel  sagte  am  23.  Mai  1900  in  der
Abgeordnetenkammer  (Sten.  Ber.  Bd.  4,  p.  820):  „Was  die  Meinung  betrifft, ­
  dass  die  Steuerrevision  den  Hauptzweck  gehabt  habe,  Mehreinnahmen
in  die  Staatskasse  zu  bringen,  so  habe  ich  diese  Meinung  stets  als  eine
irrige  erklärt,  und  ich  bin  heute  in  der  Lage,  ihr  nochmals  zu  widersprechen ­
  und  zwar  aus  dem  einfachen  Grunde,  weil  .  .  .  (das  Folgende
stimmt  mit  unseren  Darlegungen  nicht  überein)  ...  die  Mehrungen,  die
sich  aus  den  Kapital-  und  Gewerbesteuern  ergeben  haben,  nicht  wesentlich ­
  mehr  betragen,  als  nach  den  früheren  Gesetzen  bei  den  regelmässigen,
von  Zeit  zu  Zeit  stattfindenden  Neuanlagen  herausgekommen  ist.  Man
hätte  mit  dem  früheren  Gesetz  nahezu  das  gleiche  finanzielle  Resultat
erreicht;  dazu  hätte  es  des  ganzen  Apparates  nicht  bedurft.  .  .  .“