wohnen  damit  er  billig  mit  Telephon  zu  erreichen  ist  und  die
morgens  bestellten  Waren  bereits  abends  im  Besitze  der  Besteller ­
  sind.  Von  eminenter  Wichtigkeit  ist  dies  z.  B.  bei
Diphtérie-Heilserum,  Starrkrampfmitteln  u.  A.,  selbst  auch  bei
einfachen  Mitteln,  die  noch  neu  sind,  und  die  der  Arzt  bei
der  in  Betracht  kommenden  Krankheit  gern  anwenden  möchte.
Das  Kontor-  und  Lagerpersonal  ist  im  Drogengrosshandel ­
  sehr  verschiedener  Art:  Apotheker,  Drogisten,  Kaufleute,
Schreiber  und  Lehrlinge.  Die  Stellen  im  Grosshandel  sind
sehr  gesucht,  da  sie  meist  besser  dotiert  und  die  Arbeit  eine
angenehmere  als  im  Kleinhandel  ist.  Auf  ein  Inserat  in  der
Drogisten-Zeituug,  Gesuch  eines  Lageristen  betreffend,  liefen
nicht  weniger  als  83  Offerten  von  Drogisten  und  Apothekern
ein.  Examinierte  Apotheker,  die  hier  nur  in  Frage  kommen
erhalten  gewöhnlich  180  bis  200  M.  monatliches  Salair,  Drogisten ­
  100  bis  150  M.,  Kaufleute  80  bis  120  M.,  Schreiber  mit
14  tägiger  Kündigungsfrist  empfangen  8  bis  14  M.  wöchentlich.
Von  den  Lehrlingen  wird  meist  die  Berechtigung  zum  Einjahrig-Freiwilligen ­
  Dienst  als  Vorbedingung  beansprucht;  dieselben ­
  lernen  3  Jahre  und  erhalten  im  ersten  Jahre  nichts,  im
zweiten  und  dritten  Jahre  Taschengeld,  etwa  5  bis  6  M.
wöchentlich.
Grossen  Schaden  erleiden  die  Grossisten  durch  die  Einkaufsgenossenschaften, ­
  welche  die  Waren  direkt  vom
Fabrikanten  kaufen,  wodurch  die  Grossisten  also  ausgeschaltet
werden.  Der  in  Berlin  gegründete  Einkaufsverein  der  Apotheker
von  Berlin  und  Umgegend  hat  im  ersten  Jahre  600000  M.  umgesetzt ­
  und  wird  das  zweite  Jahr  wohl  1  Mill,  überschreiten.
Die  Einkaufsvereinigung  der  Friseur-  und  Parfümeriegeschäfte
in  Leipzig  hat  ebenfalls  bereits  schöne  Resultate  erzielt.  Die
Detaildrogisten  gehen  mit  der  Absicht  um,  einen  Gross-Einkaufsverein ­
  für  ganz  Deutschland  zu  gründen,  ähnlich  dem
Gross-Einkaufsverein  der  Konsumvereine.  Es  bildet  dies  alles
eine  nicht  zu  unterschätzende  grosse  Gefahr  für  die  Grosshändler; ­
  sind  doch  in  der  Kolonialwarenbranche  schon  viele
Grossisten  durch  die  Einkaufsvereine  so  arg  geschädigt,  dass
sie  gegen  früher  kaum  noch  die  Hälfte  umsetzen,  und  andere
sogar  liquidieren  mussten.
Es  wird  den  Grosshändlern  nichts  anderes  übrig  bleiben,
als  sich  zu  kartellieren  und  zwar  je  eher,  umso  erfolgreicher.
Ein  weiterer  Uebelstand  für  die  Grossisten  ist  die  verwerfliche ­
  Schleuderei  gewisser  Detailgeschäfte,  auf  deren  Wesen
ich  unter  Detaildrogerien  noch  zu  sprechen  komme.  Um  diesen
Sehleudereien  vorzubeugen,  haben  die  Fabrikanten  ein  strenges