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1899:  419869000  Mk.
1900:  397617000  „
1901:  408366000  „
1902:  430000000  „
Trotz  aller  Konkurrenz  und  sonstiger  misslichen  \  erhältuisse
befindet  sich  die  chemische  Grossindustrie  zur  Zeit  noch  in
einer  aufsteigenden  Richtung,  was  durch  die  nachstehenden
Ziffern  belegt  wird:

Zahl  der  Betriebe:
1899:  6589
1900:  6911
1901:  7169
1902:  7352

Zahl  der  Voll  arbeiter:
135350
143119
153001
156488

Aber  trotzdem  scheint  uns  die  Befürchtung  nicht  unbegründet ­
  zu  sein,  dass  in  absehbarer  Zeit  auch  in  der  chemischen
Industrie  eine  Krisis  ausbrechen  wird,  wenn  die  im  Uebermass
geschaffenen  Neuanlagen  und  die  zum  Teil  bedeutend  vergrösserten
  alten  Fabriken  in  demselben  Umfange  weiter  fabrizieren, ­
  wie  bisher.  Eine  Ueberproduktion,  die  in  einzelnen
Artikeln  schon  jetzt  unangenehm  empfunden  wird,  scheint  allgemein ­
  Platz  greifen  zu  wollen  und  eine  Preisschleuderei  wird
die  nächste  Folge  sein,  bis  schliesslich  ein  Zusammenbruch
unvermeidlich  sein  wird.  Es  hiesse  nun  eine  Vogel-Strauss-Politik
  treiben,  wenn  wir  uns  verhehlen  wollten,  dass  in  den
letzten  3—4  Jahren  Amerika  und  Japan  als  sehr  gefährliche
Konkurrenten  auf  dem  Weltmarkt  der  chemischen  Industrie
aufgetreten  sind,  worunter  schon  heute  viele  deutsche  Exportfirmen ­
  zu  leiden  haben.  Auch  sonst  macht  sich  vielfach  neue
Konkurrenz  geltend;  so  wurde  z.  B.  auf  Java  kürzlich  eine
grosse  Chininfabrik  angelegt,  die  bereits  auf  die  Preise  eingewirkt ­
  hat.  Wenn  nun  noch  die  in  Aussicht  genommenen
Zölle  in  Kraft  treten  sollten,  so  würde  dies  den  Niedergang
der  Industrie  um  so  wahrscheinlicher  machen,  mindestens  aber
eine  aufsteigende  Konjunktur  verhindern.
Da  nun  aber  die  deutschen  Drogengrosshandlungen  und
chemischen  Fabriken,  die  hauptsächlich  für  den  Export  arbeiten,
ohne  Ausnahme  gut  fundierte  und  infolgedessen  überall  hochangesehene ­
  Firmen  sind  und  da  ferner  die  deutschen  Hochschulen ­
  so  hervorragende  Vertreter  der  chemischen  Wissenschaft ­
  zu  ihren  Lehrern  zählen,  so  darf  wohl  gehofft  werden,
dass  die  chemische  Industrie  und  die  von  ihr  abhängenden
Drogengrosshandlungen  dem  Ansturm  von  Amerika,  England
und  Japan  standhalten  und  sich  nicht  überflügeln  lassen
werden.