Berufsgenossenschaften  von  1898:  136700  Personen  in  6589
Betrieben  (gegen  71000  Personen  im  Jahre  1882).
Die  Löhne  und  Gehälter  dieser  Arbeitermenge  repräsentieren
einen  Wert  von  M.  129  Mill.
Charakteristisch  ist  die  überwiegende  Tendenz  zum  Grossbetriebe. ­
  Die  Zahl  der  Fabriken,  in  denen  mehr  als  100  Personen ­
  beschäftigt  wurden,  betrug  (nach  der  Statistik  der  Berufsgenossenschaft ­

  für  die  chemische  Industrie)  in  der
Industrie  der  pharmaceutischen,  im  Jahre  1888  1898
photograph,  u.  technischen  Präparate  28  34
Farbstollindustrie  22  30
Industrie  der  Alkalien  u.  Säuren  39  56

Im  Ganzen  stieg  die  Zahl  der  Grossbetriebe  von  150  auf
247,  also  um  65  Proz.
Die  Mehrzahl  der  Grossbetriebe  befindet  sich  in  den  Händen
von  Aktiengesellschaften;  1898  waren  es  103  mit  einem  eingezahlten ­
  Kapital  von  M.  287  Mill.  An  Dividenden  zahlten
sie  im  genannten  Jahre  M.  36,5  Mill.,  also  durchschnittlich  fast
13  Proz.
Die  Grossindustrie  zeigt  2  Besonderheiten:  die  Zusammenballung ­
  an  einigen  Zentren  und  die  Kartellierung  der  meisten
Artikel;  in  keiner  anderen  Produktionsgruppe  sind  so  viele
Artikel  gebunden  wie  in  der  chemischen  Industrie.
Unter  den  deutschen  Exportindustrie  en  nimmt  die
Chemikalienindustrie  die  5.  Stelle  ein.  Die  Gesammtausfuhrziffern
  für  Rohstoffe  und  Fabrikate  wurden  schon  oben  angeführt
Eingeführt  wird  jährlich  an  Rohstoffen  für  160  bis  180  Mill.  M.,
an  Fabrikaten  für  ca.  110  Mill.  M.
Die  Hauptausfuhrartikel  sind:  Anilin  und  andere  Theerfarbstoffe,
  Anilinöl,  Alizarin,  Indigo,  Chinin  und  Chininpräparate,
sowie  Essenzen,  Parfümerien  etc
Zu  den  interessantesten  Zweigen  der  chemischen  Industrie
gehört  wegen  ihres  weitgehenden  Einflusses  auf  die  Wissenschaft ­
  und  fast  alle  Zweige  der  chemischen  Technik  die  Farbstoffindustrie. ­
  Seit  den  30  er  Jahren  des  19.  Jahrhunderts  ist
Deutschland  der  Hauptsitz  der  Weltproduktion  in  dieser  Branche;
sein  Anteil  beträgt  zur  Zeit  hieran  3 /*;  mehr  als  die  Hälfte
der  deutschen  Produktion  wird  ausgeführt.
Ein  anderer  wichtiger  Zweig  der  chemischen  Grossindustrie
ist  gegenwärtig  die  Herstellung  chemischer  Präparate,  als  Genuss-, ­
  Heil-  und  Desinfektionsmittel.  Während  die  Darstellung
„galenischer“  und  chemischer  Präparate  früher  zum  Apothekergewerbe ­
  gehörte,  bildet  sie  heute  mehr  und  mehr  die  Spezialität
grosser  Fabriklaboratorien,  die  nicht  allein,  wie  anfangs  für