zeichnete  Preiskrieg  zwischen  dem  deutschen  und  dem  amerikanischen ­
  Syndikat  ausgebrochen  ist,  ist  die  Einfuhr  auf  56
Doppelzentner  gestiegen,  der  Preis  aber  trotzdem  nicht  zurückgegangen. ­

Von  Seiten  eines  Kommissionsmitgliedes  wurde  dann  noch
weiter  ausgeführt,  dass  schon  jetzt  die  Eisenfabriken  über  hohe
Brompreise  klagten,  die  Preissteigerung  sei  ganz  enorm  gewesen.
Wenn  das  Syndikat  trotzdem  behauptet,  nicht  existieren  zu
können,  dann  soll  die  Bromfabrikation  verstaatlicht  werden.
Es  wurde  dann  von  einer  anderen  Seite  beantragt,  auch  für
Brom  Verbindungen  einen  Zollsatz  von  100  Mk.  einzusetzen.
Von  Seiten  eines  Kommissionsmitgliedes  wurde  aber  gegen
diesen  Antrag  Front  gemacht  mit  dem  Hinweis,  dass  die  Syndikate ­
  es  leicht  hätten,  ihre  Abnehmer  zu  schädigen.  Selbst
wenn  der  Vertrag  mit  Amerika  nicht  zustande  käme,  hätten
die  deutschen  Bromerzeuger  die  ganze  Welt  mit  Ausschluss
von  Amerika  offen.  Die  Anträge  wurden  von  der  Mehrheit  in
der  Kommission  abgelehnt  und  die  Regierungsvorlage  angenommen. ­

Phosphor  gewöhnlicher  (krystallinischer,  weisser)  und
roter  (amorpher)  der  bisher  zollfrei  war,  sollte  nun  mit  einem
Zollsatz  von  10  M.  auf  roten  und  5  M.  auf  weissen  belegt
werden.  Im  Hinblick  auf  die  Notlage  der  Zündholzfabriken
wurde  andererseits  Zollfreiheit  beantragt,  in  dem  u.  a.  hervorgehoben ­
  wurde,  dass  durch  Gewährung  dieses  Zolls  die  grosse
Fabrik  in  Griesheim  geradezu  ein  Monopol  erhalten  würde.
Mit  Rücksicht  hierauf  wurde  der  Antrag  auf  Zollfreiheit  angenommen. ­

Salzsäure,  Schwefelsäure  und  Schwefelsäureanhydrid, ­
  Salpetersäure  waren  bisher  zollfrei  gewesen.
Salz-  und  Schwefelsäure  sollten  1  M.  Zollsatz  erhalten,  damit
Oesterreich-Ungarn  gezwungen  würde,  die  deutschen  Säuren
besser  zu  behandeln  Man  erklärte  sich  aber  gegen  den  Zoll,
weil  aus  Schwefelsäure  Superphosphat  hergestellt  werde,  ein
Produkt,  das  die  Landwirtschaft  unter  keinen  Umständen  entbehren ­
  kann.  Von  Seiten  der  Regierung  wurde  erklärt,  dass
die  Zollfreiheit  im  Interesse  der  heimischen  Landwirtschaft  geboten ­
  sei,  da  die  künstlichen  Düngemittel  auch  in  Zukunft  nicht
verteuert  werden  dürften.  Der  sächsische  Regierungsvertreter
stellte  sich  diesen  Ausführungen  im  Interesse  der  sächsischen
Hüttenwerke  entgegen.  Ein  anderer  Regierungsvertreter  betonte
dem  gegenüber,  Sachsen  könne  als  Produktionsgebiet  der
Schwefelsäure  sehr  wenig  in  Frage  kommen.  Deutschland
stellt  900000  Tonnen  her,  wovon  Sachsen  nur  15  000  Tonnen