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flächlich  betrachtet  trifft  dies  aucli  zu,  man  übersieht  aber  ganz
und  gar  bei  diesen  Vergleichen  die  Verschiedenheit  des  Geldwertes ­
  und  namentlich  der  allgemeinen  Lebensbedingungen  in
den  einzelnen  Staaten.  Wird  dieser  Faktor  mit  berücksichtigt,
dann  sind  die  Arzneien  in  den  Apotheken  Deutschlands  und
Russlands  am  teuersten.
Schon  die  Berichte  von  zwei  Sachverständigen,  Rose  in
Berlin  und  von  Fehling  in  Tübingen,  über  die  Pharmacie  auf
der  Londoner  Weltausstellung  von  1862  Hessen  erkennen,  dass
die  pessimistischen  Befürchtungen  der  Gegner  der  Gewerbefreiheit ­
  nicht  annähernd  zutreffen.
Von  den  Gegnern  der  Niederlassungsfrciheit  wird  ferner
eingewendet,  dass  in  Deutschland  8—10000  Apotheken  gar  nicht
bestehen  könnten,  was  sich  jedoch  leicht  durch  Angabe  einiger
Zahlen  widerlegen  lässt.
Es  kommt  eine  Apotheke
ln  der  Schweiz  auf  5974  Einwohner,

Belgien
„  Frankreich  „
„  Holland  „
„  Italien  r
„  Nordamerika  ,,
„  England  „
Hieraus  kann  man  schliessen.

5455
5357*
4973
28m
2770
23m
dass  durchschnittlich  4—5000

Einwohner  für  eine  Apotheke  genügen;  in  Deutschland  aber
kommt  erst  auf  ca.  10800  Einwohner  eine  Apotheke.
Nach  der  jetzigen  Einwohnerzahl  Deutschlands  könnten  somit ­
  im  Deutschen  Reiche  über  12000  Apotheken  bestehen,
während  tatsächlich  nur  5530  vorhanden  sind.
In  der  Zeit  von  1892  bis  1903  hat  sich  die  Zahl  der
selbständig  praktizierenden  Acrzte  von  19672  auf  29133  erhöht,
die  der  Apotheken  dagegen  nur  von  4964  auf  5530,  prozentual
ausgedrückt:  die  Aerzte  um  ca.  45%,  die  Apotheken  um  11  °/ 0 .
Verfasser  dieses  hält  nun  die  Einführung  der  Gewerbefreiheit ­
  und  die  Ablösung  der  bestehenden  Ideal  werte  in  folgend
beschriebener  Weise  für  praktisch  und  durchführbar:  Die  ca.
4000  abzulösenden  Apotheken  besitzen  nach  von  vielen  Seiten
in  letzter  Zeit  vorgenommenen  genauen  Berechnungen  einen
Idealwert  von  ca.  300000000  M.  Diese  Summe  sollte  vom
Reich  in  staatlich  garantierten  3 l ,' 2 0 / 0 igen  Rentenbriefen  den
Besitzern  anteilmässig  zur  Verfügung  gestellt  werden,  während
die  Zinsen  dafür  von  sämtlichen  Apothekenbesitzern  Deutschlands ­
  aufzubringen  wären,  und  zwar  durch  eine  jährliche  Abty/e

