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        <title>Entwickelungstendenzen im Aussenhandel Chinas und Japans</title>
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            <forname>Karl</forname>
            <surname>Rathgen</surname>
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        </author>
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            <idno>867115327</idno>
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        jjT;
;  /  /,  JVv&amp;gt;
Sonderabdruck  aus  den  ,  ^Verhandlungen  des  deutschen
Kolonialkongresses  1905“.

BaV.

A203

1  o  i

Entwickelungstendenzen  im  Aussenhandel  Chinas
und  Japans.
Von  Professor  Dr.  K.^  Rathgen,  Heidelberg.
(Sektionssitzung  am  6.  Oktober,  Nachmittag.)

Die  Interessen,  welche  uns  mit  Ostasien  verbinden,  sind  in  erster
Linie  wirtschaftliche.  Welche  Sicherheit  bieten  die  dort  gelegenen  unabhängigen ­
  Staaten  bei  wachsender  Verschuldung  an  das  Ausland  finden ­
  europäischen  Kapitalisten?  Welche  Erwerbsgelegenheiten  bieten
diese  Länder  für  die  europäischen  Unternehmer,  insbesondere  für  den
Kaufmann  und  für  den  Reeder?  Welche  Bedeutung  haben  diese  Länder ­
  als  Märkte  für  den  internationalen  Warenverkehr?
Die  drei  Gruppen  von  Fragen  sind  nicht  unabhängig  voneinander
zu  beantworten.  Die  Anleihen  jener  Staaten  dienen  zum  Teil  dem  Ankauf ­
  von  Waffen,  Schiffen,  Eisenbahnmaterial  und  dergleichen  und  beeinflussen ­
  dadurch  die  Wareneinfuhr.  Zins  und  Amortisation  jener  Anleihen ­
  ist  mit  dem  Erlös  der  Ausfuhr  zu  bezahlen.  Die  Verschuldung
muss  also  das  Wertverhältnis  von  Ein-  und  Ausfuhr  stark  beeinflussen.
Ferner:  Träger  des  Aus-  und  Einfuhvhandels  jener  Länder  ist  auch  heute
noch  in  erster  Linie  der  fremde,  dort  ansässige  Kaufmann,  wenigstens
für  den  Verkehr  dieser  Länder  mit  der  nichtasiatischen  Welt,  während
der  Verkehr  der  ostasiatischen  Länder  untereinander  zu  einem  grossen
Teile  durch  einheimische  Kaufleute  vermittelt  wird.  Steigerung  unserer
Ausfuhr  nach  jenen  Ländern,  Steigerung  ihrer  Kaufkraft  durch  Vermehrung ­
  ihrer  Ausfuhr  erfolgt  wesentlich  durch  die  fremden  Kaufleute,
durch  die  Verbesserung  und  Verbilligung  des  Seeverkehrs.  Und  von
dem  Umfang  der  Warenbewegung  hängt  wieder  der  Erwerb  der  Kaufleute, ­
  die  Rentabilität  der  Schiffsunternehmungen  ab.

60’
        <pb n="2" />
        948

Sektion  VII:  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

Also:  Der  Zusammenhang  aller  dieser  Dinge  ist  vorhanden.  Aber
wir  müssen  uns  davor  hüten,  sie  zusammenzuwerfen.  Der  deutsche
Handel  mit  Ostasien  ist  nicht  identisch  mit  der  Lage  des  dortigen  deutschen ­
  Kaufmannes  (der  relativ  viel  grösseren  Anteil  am  Handel  jener
Länder  hat)  und  nicht  identisch  mit  dem  Anteil  der  deutschen  Flagge
am  Warentransport.  Wir  wollen  uns  hier  beschäftigen  mit  China  und
Japan  als  Märkten.  Wir  wollen  uns  mit  den  Grössenverhältnisseu
der  Aus-  und  Einfuhr  beschäftigen,  nicht  nur,  weil  sie  an  sich  von  Bedeutung ­
  sind,  sondern  weil,  wie  ich  glaube,  vielfach  in  der  öffentlichen  Diskussion ­
  das  rechte  Augenmass  für  diese  Dinge  verloren  geht.  Wir  wollen ­
  vor  allem  auch  die  Entwickelung  dieses  Aussenhandels  im
ganzen  und  in  seinen  Teilen  betrachten,  weil  der  Warenverkehr  eines
Landes  in  gewisser  Weise  ein  Spiegelbild  seiner  wirtschaftlichen  Zustände ­
  darstellt  und  wir  dadurch  befähigt  werden,  die  wirtschaftlichen
Entwickelungstendenzen  jener  Länder  wirklich  zu  beurteilen.  Das  aber
ist  dringend  wünschenswert  gegenüber  den  verbreiteten  schiefen  Urteilen, ­
  ungerechtfertigten  Verallgemeinerungen,  den  vagen  Vorstellungen ­
  von  dem  ungeheuren  Reichtum  Chinas  oder  von  der  Gefährdung
unserer  Industrie  durch  die  wirtschaftliche  Entwickelung  Japans.  Zum
Beweis  dafür,  wie  gering  die  Kenntnis  der  einfachsten  Tatsachen  ist,
möge  die  eine  Tatsache  dienen,  dass  im  englischen  Unterhause  am
3.  August  d.  J.  der  Unterstaatssekretär  des  Auswärtigen,  Percy,  ohne
Widerspruch  zu  finden,  erklären  konnte:  „der  britische  Handel  in
China  ist  zurückgegangen,  aber  der  Handel  jedes  andern  europäischen
Landes  ebenso.  Japan  ist  das  einzige  Land,  dessen  Handel  mit  China
zunimmt.“  Jede  einzelne  Behauptung  in  diesem  Satze  ist  falsch.*)

I.
Wollen  wir  die  zahlenmässige  Entwickelung  des  Warenhandels  mit
China  und  Japan  richtig  würdigen,  so  kommen  wir  zunächst  nicht  herum
um  einige  trockene  Feststellungen  des  Wertes  der  Zahlen.
a)  Zunächst  ist  der  Einfluss  der  Währung  zu  beachten.  Die
chinesischen  Zahlen  sind  durchweg  Silberwerte.  Bekanntlich  ist  aber

*)  Durchschnittlicher  jährlicher  Wert  der  Einfuhr  in  China
1896-1899
direkt  aus  Grossbritannien  38,4  Mill.  Tis.
vom  europ.  Kontinent  ohne  Russland  '  9,4  „  „
aus  den  Vereinigten  Staaten  17,3  „  „
aus  Japan  28,6  „  „
indirekt  über  Hongkong  101,8  „  „

1902-1904

55,2  Mill.

Tis.

21,5  „

„

28,4  „

v

45,3  „

n

137,0  „

n
        <pb n="3" />
        Rathgen:  Entwickelungstendenzen  im  Aussenhandel  Chinas  und  Japans.  9  4  9

der  Wert  des  Silbers  seit  den  siebziger  Jahren  gesunken.  In  Gold  ausgedrückt ­
  sind  die  Warenwerte  also  nicht  annähernd  so  stark  gestiegen, ­
  wie  in  Silber.  Tatsächlich  sind  bei  den  meisten  wichtigen  Waren
auch  die  Mengen  nicht  so  gewachsen,  wie  die  Werte.  Zum  Beispiel
stieg  vom  Ende  der  achtziger  Jahre  bis  zum  Anfang  des  neuen  Jahrhunderts ­
  die  Ausfuhr  von  Rohseide  aus  China  dem  Werte  nach  um
etwa  140  Prozent,  der  Menge  nach  nur  um  etwa  50  Prozent.  In  J  a  p  a  n
wurden  bis  1888  die  in  Gold  und  Silber  deklarierten  Werte  einfach  zusammengezählt ­
  ohne  I^ücksicht  auf  die  Silberentwertung.  Deshalb  ist
die  Bedeutung  der  älteren  Einfuhrzahlen  sehr  geschmälert.  Von  1888  bis
1897  gibt  die  japanische  Handelsstatistik  Silberwerte,  von  da  an  Goldwerte. ­

b)  Die  Einfuhrwerte  waren  früher  weder  in  China  noch  in
Japan  die  wirklichen  Einfuhrwerte,  sondern  die  Ursprungswerte,  so  dass
also  die  Transportkosten  nicht  eingeschlossen  sind.  In  Japan  sind  die
Einfuhrwerte  seit  1899  die  wirklichen.  In  China  sind  erst  seit  1904  bei
der  Einfuhr  die  c.  i.  f-Werte,  bei  der  Ausfuhr  die  f.  o.  b-Werte  eingesetzt.
In  Japan  gelten  die  Ausfuhrwerte  für  zu  niedrig.  Alles  das  stört  natürlich
die  Vergleichbarkeit.
c)  Das  Gebiet,  auf  welches  sich  die  Zahlen  beziehen,  hat  sich
1895  durch  die  Abtretung  Formosas  von  China  an  Japan  verschoben.
Der  Verkehr  mit  Formosa  ist  für  China  jetzt  Auslandsverkehr.  In  die
japanische  Handelsstatistik  ist  aber  Formosa  nicht  einbezogen,  weder
der  Verkehr  Formosas  mit  Japan,  noch  der  mit  dem  Auslande.
d)  NichtallerHandel  wird  wirklich  von  der  Handelsstatistik
erfasst.  So  fehlt  in  Japan  bei  der  Einfuhr  der  grösste  Teil  des  staatlichen
Bedarfs  (Waffen,  Schiffe),  und  zwar  in  neuerer  Zeit  mehr  als  früher.  In
China  fasste  die  Seezollverwaltung  früher  nur  den  Verkehr  auf  Schiffen
europäischer  Bauart  in  den  offenen  Häfen.  Allmählich  ist  der  Dschunkenverkehr ­
  zu  einem  immer  grösseren  Teile  unter  die  gleiche  Kontrolle
gekommen  (namentlich  seit  1887  der  von  Hongkong  aus  betriebene).
Seit  1904  ist  der  ganze  Seehandel  unter  Kontrolle,  mit  Ausnahme  des
Dschunkenhandels  nach  nicht  offenen  Plätzen.  Daneben  dürfte  für  China
der  Schmuggel  auch  heute  noch  eine  gewisse  Bedeutung  haben.*)
Von  dem  chinesischen  Landhandel  erscheint  nur  der  Verkehr  mit  Tongking
  und  der  Durchgangsverkehr  über  Tientsin  nach  Sibirien  in  den
Listen.

*)  Z.  B.  ist  die  Einfuhr  von  Morphium,  das  als  Opium  -  Surrogat  dient,  seit  der
Einführung  eines  hohen  Zolles  fast  verschwunden,  während  sie  1902  einen  Wert  von
über  314  000  Tis  hatte.
        <pb n="4" />
        950  Sektion  VII:  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

Alle  diese  Betrachtungen  führen  uns  also  zu  dem  Ergebnis,  dass  wir
bei  der  Vergleichung  verschiedener  Zeiten  sehr  vorsichtig  sein  müssen,
und  dass  die  bekannten  Zahlen  alle  nur  Minimalzahlen  sind.
H.
Bei  aller  Vorsicht  in  der  Verwendung  der  Zahlen  ergeben  sich  aber
doch  gewisse  unbezweifelbare  Ergebnisse.  Der  Aussenhandel  jener
Länder  hat  zugenommen,  aber  der  Japans  viel  rascher  als  der  Chinas.
Vom  Ende  der  achtziger  Jahre  (die  früheren  Zahlen  sind  zu  schlecht
vergleichbar)  bis  1898  nehmen  die  Werte  der  chinesischen  Ein-  und
Ausfuhr,  in  Qold  ausgedrückt,  kaum  zu.  Erst  1899  macht  China  einen
grossen  Sprung  vorwärts,  der  durch  die  nordchinesischen  Wirren  1900
gehemmt  wird,  aber  alsbald  beginnen  die  Zahlen  wieder  ihre  Aufwärtsbewegung. ­
  Jedoch  nimmt  die  Einfuhr  viel  schneller  zu,  als  die  Ausfuhr,
in  Japan  beginnt  der  Aufschwung  mit  der  Aufnahme  der  Barzahlungen.
1886,  erst  langsam,  dann  nach  dem  chinesischen  Kriege  mit  Riesenschritten ­
  vorwärts  gehend,  wobei  auch  die  Ausfuhr  von  der  Einfuhr
überholt  wird,  wenn  auch  nicht  so  stark,  wie  in  China.  Die  Folge  dieses
verschiedenen  Tempos  in  der  Zunahme  des  Aussenhandels  beider  Länder ­
  ist,  dass  das  so  viel  kleinere  Japan  dem  grossen  Nachbarn  rasch  aufgerückt ­
  ist.  Mitte  der  siebziger  Jahre  sind  die  chinesischen  Zahlen  noch
viermal  so  gross,  wie  die  japanischen,  1892  noch  mehr  als  doppelt  so
gross.  In  den  letzten  Jahren  sind  die  japanischen  Ausfuhrwerte  den
chinesischen  fast  gleich,*)  während  die  Einfuhr  nach  China  noch  um
170—225  Millionen  Mark  höher  ist,  als  die  nach  Japan  (gleich  29  bis
36  Prozent).
So  bemerkenswert  es  ist,  dass  die  Zahlen  Japans  so  gestiegen  sind,
müssen  wir  uns  doch  vor  den  heute  beliebten  Übertreibungen  hüten.
Auch  heute  noch  gehören  weder  China  noch  Japan  zu  den  wichtigsten
Welthandelsgebieten.  Sie  stehen  weit  zurück  hinter  den  zehn  grossen
Welthandelsgebieten  (den  sechs  europäischen  Grossmächten,  den  Niederlanden, ­
  Belgien,  den  Vereinigten  Staaten,  Britisch-Indien).  Auch
von  Canada,  vom  Australischen  Bund  werden  sie  übertroffen.  Sie  gehören ­
  etwa  in  eine  Grössenklasse  mit  der  Schweiz,  mit  Spanien,  mit
Schweden  und  Argentinien.
Besonders  zu  beachten  ist  das  bei  China.  Mögen  wir  dessen  Bevölkerung ­
  auf  250  oder  450  Millionen  schätzen:  immer  ist  die  Beteiligung ­
  Chinas  am  Welthandel  äusserst  gering  im  Verhältnis  zur  Bevölkerung. ­
  Gegenüber  der  landläufigen  Redensart  von  den  Reichtiimern

’)  Namentlich  wenn  man  den  Verkehr  mit  Formosa  einbezieht.
        <pb n="5" />
        Rathgen:  Entwickelungstendenzen  im  Aussenliandel  Chinas  und  Japans.  951

Chinas  ist  liachdriicklichst  darauf  liinzuweisen,  dass  seine  Produktion
ebenso  unentwickelt,  wie  seine  Kaufkraft  gering  ist.  In  Japan  ist  zwar
der  rasche  Fortschritt  erstaunlich.  Aber  für  eine  Bevölkerung  von
46  Millionen  Köpfen  sind  die  Zahlen  immer  noch  recht  gering.  Eine
Ein-  und  Ausfuhr  von  etwa  30  Mark  auf  den  Kopf  ist  nur  ein  Drittel  des
Betrages,  der  beispielsweise  auf  Italien  entfällt.

Die  Analyse  der  Ein-  und  Ausfuhr  zeigt  uns,  warum
Japan  so  viel  schnellere  Fortschritte  macht,  seine  Kaufkraft  verhältnismässig ­
  so  viel  grösser  wird,  als  die  Chinas.  Betrachten  wir  zunächst
die  Ausfuhr:  Bezeichnend  ist  für  beide  Länder,  dass  sie  allmählich
immer  mannigfaltiger  zusammengesetzt  ist.  Seide  und  Tee  waren
die  eigentlichen  Produkte  des  Ostens.  Sie  bildeten  die  Masse  der  ganzen ­
  Ausfuhr,  und  zwar  überwog  bis  Ende  der  achtziger  Jahre  in  China
der  Tee,  erst  seitdem  die  Seide,  was  in  Japan  immer  der  Fall  war.  Mitte
der  sechziger  Jahre  kamen  auf  Tee  und  Seide  allein  in  China  82  Prozent,
in  Japan  94  Prozent  der  ganzen  Ausfuhr,  und  der  Anteil  wäre  noch
grösser  gewesen,  wenn  nicht  damals  der  Sezessionskrieg  eine  abnorme
Ausfuhr  von  Rohbaumwolle  hervorgerufen  hätte.  Noch  Ende  der  achtziger ­
  Jahre  machten  Seide  und  Tee  drei  Fünftel  der  chinesischen,  die
Hälfte  der  japanischen  Ausfuhr  aus.  Aber  1904  waren  es  in  China  nur
mehr  zwei  Fünftel,  in  Japan  nur  ein  Drittel,  trotz  des  enormen  absoluten
Steigens  der  Seidenausfuhr  (auf  das  vierfache  in  Japan,  auf  das  zweieinhalbfache ­
  in  China  während  der  letzten  15  Jahre).  Auch  die  sonstigen
herkömmlichen  Ausfuhrartikel  haben  sich  absolut  vermehrt,  aber  die
starke  Ausfuhrzunahme  ist  nicht  vor  allem  ihnen  zu  danken.  Die  Ausfuhr ­
  der  neun  wichtigsten,  der  herkömmlichen  chinesischen  gewerblichen
Erzeugnisse  aus  China  (Seidenstoffe,  chinesische  Kleidung,  Strohborten,
Matten,  Feuerwerk,  Porzellan,  Papier,  Medizinen  und  Nudeln)  stieg  von
1889  bis  1904  von  16 2 / :J  auf  fast  35  Mili.  Tis.,  ihr  Anteil  an  der  Ausfuhr ­
  sank  von  17  auf  gut  14  Prozent.  Woher  kommt  nun  die  Zunahme
der  chinesischen  Ausfuhr?  Sie  ist  die  Folge  der  grossen  Zunahme  der
Ausfuhr  landwirtschaftlicher  Rohprodukte:  Bohnen  und  Bohnenkuchen,
öle  und  Ölsaat,  Baumwolle  und  Hanf,  Obst,  Eier  und  andere  Lebens
mittel,  Federn,  Borsten  und  Wolle,  Vieh  und  Talg,  Häute  und  Felle.
Tabak  und  Zucker  (der  allein  abgenommen  hat).  Auf  diese  Waren  entfielen ­
  Ende  der  achtziger  Jahre  10  bis  13  Mill.  Tis.,  1904  über  80  Millionen, ­
  trotz  der  Störung  der  mandschurischen  Ausfuhr.*)  Ihr  Anteil
an  der  Ausfuhr  stieg  von  einem  Neuntel  auf  ein  Drittel.
*)  Ausfall  bei  Bohnen  und  Bohnenkuchen  gegen  1903  3,5  Mill.
        <pb n="6" />
        952

Sektion  VII:  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

In  China  liegt  es  also  so,  da  Seide  und  Tee  doch  auch  zur  landwirtschaftlichen ­
  Produktion  zu  rechnen  sind,  dass  auch  heute  noch  etwa
vier  Fünftel  der  Ausfuhr  dieser  entstammen,  aber  in  viel  grösserer  Mannigfaltigkeit ­
  als  früher.  Kaum  ein  Fünftel  der  chinesischen  Ausfuhr  sind
gewerbliche  Erzeugnisse,  und  von  diesen  dient  ein  Teil  der  Deckung
des  Bedarfs  von  Chinesen  im  Auslande.  Damit  hängt  auch  zusammen,
dass  in  diesen  letzten  15  Jahren  der  Handel  der  nördlichen  und  der
Yangtsehäfen  viel  grössere  Fortschritte  gemacht  hat,  als  der  Südchinas ­
  und  der  Gegend  um  Shanghai.  Ohne  die  Störungen  des  Handels ­
  der  nördlichen  Häfen  durch  die  Wirren  von  1900/01  und  den  russischen ­
  Krieg  würde  sich  diese  Entwickelung  noch  ausgeprägter  darstellen. ­

Damit  hängt  aber  auch  zusammen  das  relative  Zurückbleiben  gegenüber ­
  Japan.  Wenn  die  Zunahme  der  chinesischen  Ausfuhr  und  damit
die  chinesische  Kaufkraft  für  Importe  bis  auf  weiteres  wesentlich  auf
landwirtschaftlichen  Rohstoffen  beruht,  so  kann  diese  Zunahme  nur
verhältnismässig  langsam  erfolgen,  denn  der  ausschliesslich  herrschende
landwirtschaftliche  Kleinbetrieb  kann  seine  Produktion  nicht  plötzlich
steigern.  Die  Steigerung  der  Ausfuhrmenge  wird  vor  allem  durch  Erschliessung ­
  weiterer  Gebiete  durch  verbesserte  Verkehrsmittel  erfolgen.
Aber  sie  wird  auch  dadurch  nicht  sehr  rasch  erfolgen  können,  und  man
wird  gut  tun,  sich  nicht  übertriebenen  Hoffnungen  hinzugeben  über  die
in  erster  Zeit  zu  erwartenden,  zu  befördernden  Gütermengen.
Ganz  anders  ist  das  Bild,  das  uns  Japan  darbietet.  Ich  darf  mich
hier  beziehen  auf  die  Untersuchungen,  die  ich  in  meinem  Büchlein  über
„Die  Japaner  und  ihre  wirtschaftliche  Entwickelung“*)  veröffentlicht
habe.  Die  seitdem  bekannt  gewordene  Handelsstatistik  für  1904  setzt
trotz  des  Krieges  die  dort  nachgewiesene  Bewegung  fort,  welche  Ende
der  achtziger  Jahre  begonnen  hatte.  Auf  die  damals  wichtigsten  5  Austuhrartikel,
  auf  Seide,  Tee,  Reis,  Kupfer  und  Kohle,  also  Erzeugnisse  der
Landwirtschaft  und  des  Bergbaus,  kamen  in  den  achtziger  Jahren  etwa
drei  Viertel  des  ganzen  Ausfuhrwertes.  Trotz  der  grossen  Zunahme
von  Seide,  Kupfer  und  Kohle  waren  es  in  den  letzten  Jahren  nicht  mehr
die  Hälfte  (1903:  46  Prozent,  1904:  44  Prozent).  Auf  die  wichtigeren
Naturprodukte  (Erzeugnisse  der  Fischerei,  Lebensmittel,  Drogen,  Öl  und
Wachs,  Nutzholz)  kamen  damals  10  bis  11,  jetzt  9  Prozent,  auf  Japanwaren ­
  gar  nur  5  und  3V*  Prozent  der  Ausfuhr.  Alle  die  genannten
Dinge  zusammen  stellten  vor  15  Jahren  noch  neun  Zehntel,  jetzt  nicht
mehr  drei  Fünftel  der  absolut  ja  sehr  stark  gewachsenen  Ausfuhr  dar.

')  Leipzig,  Teubner  1905.
        <pb n="7" />
        Rathgen:  Entwickelungstendenzen  im  Aussenhandel  Chinas  und  Japans.  953

Die  Lücke  wird  ausgefüllt  durch  die  rapid  gewachsene  Ausfuhr  von  Erzeugnissen ­
  der  neu  in  Japan  entstandenen,  heute  ja  so  viel  erörterten
Industrien.  Im  Jahre  1889  deckten  sie  mit  gut  5  Milk  Yen  reichlich
7  Prozent  der  Ausfuhr,  1904  mit  rund  120  Mill.  Yen  nicht  viel  weniger
als  zwei  Fünftel  der  Ausfuhr.  Mit  grossen  Summen  sind  allerdings  nur
wenige  Artikel  beteiligt:  über  ein  Drittel  der  ganzen  Summe  entfällt
auf  Seidengewebe,  ein  Viertel  und  mehr  auf  Baumwollgarne.  Von
grösserer  Bedeutung  sind  noch  gewisse  Baumwollen-Gewebe  und  Unterzeug, ­
  ferner  Zündhölzer,  Matten,  Strohborte  und  neuerdings  Zigaretten. ­
  Eine  grosse  Menge  anderer  Artikel  ist  durchweg  mit  ganz  kleinen
Zahlen  beteiligt.
Ich  will  auf  die  ganze  Frage  der  Konkurrenz  der  japanischen  Industrie ­
  mit  okzidentalischen  Erzeugnissen  hier  nicht  eingehen.  Über  das
Verhältnis  zu  China  ist  aber  hervorzuheben,  dass  ein  grosser  Teil  dieser
japanischen  Industrieerzeugnisse  seinen  Markt  in  China  findet,  dort  aber
bei  den  wichtigsten  Dingen,  Baumwollgarne  und  Zündhölzern,  bereits
chinesischer  Konkurrenz  begegnet.
Das  Ergebnis  für  Japan  ist  also:  Ohne  die  Entwickelung  der  japanischen ­
  Industrie  würde  zwar  die  Ausfuhr  Japans  auch  gewachsen  sein
(1889—1904  in  den  alten  drei  Hauptgruppen  von  etwa  56  auf  mehr  als
190  Milk  Yen).  Die  grosse  Zunahme  aber  der  Ausfuhr,  welche  die
Chinas  so  stark  übertroffen  hat,  und  damit  die  grosse  Steigerung  der
japanischen  Kaufkraft,  ist  wesentlich  die  Folge  der  industriellen  Entwickelung ­
  Japans.*)  Ist  doch  auch  die  Zunahme  der  Kupfer-  und
Kohlenausfuhr,  in  gewissem  Sinne  auch  der  Seidenausfuhr,  mit  hierher
zu  rechnen.
Und  nun  die  E  i  n  f  u  h  r.  Auch  sie  hat  sich  in  beiden  Ländern  ganz
umgestaltet,  aber  in  beiden  Ländern  in  verschiedenem  Tempo*)  und  in
verschiedener  Weise.  In  China  stand  früher,  wie  bei  der  Ausfuhr  der
Tee,  so  bei  der  Einfuhr  das  Opium  an  der  Spitze.  1864  40  Prozent,
1888/9  ein  Viertel,  heute  nur  noch  ein  Neuntel  des  Einfuhrwertes  darstellend, ­
  ist  die  Einfuhrmenge  sogar  absolut  gesunken,  nicht  weil  die
Chinesen  tugendhafter  geworden  wären,  sondern  weil  die  einheimische
Produktion  mehr  und  mehr  den  Bedarf  deckt;  ja  in  den  letzten  Jahren
fängt  China  an,  Opium  auszuführen  (1904:  1  446  000  Tis.)!  Für  den
Aussenhandel  bedeutet  das  Freiwerden  von  Kaufkraft  für  andere  Waren.

1888/9
*)  Durchschnittliche  Ausfuhr  Chinas  522  Mili.  Mk.
Durchschnittliche  Ausfuhr  Japans  209  „  „
Durchschnittliche  Einfuhr  Chinas  490  „  „
Durchschnittliche  Einfuhr  Japans  204  „  „

1903/4  Zunahme
666  Mill.  Mk.  144  Mill.  Mk.
632  „  „  423  „  „
918  „  „  428  „  „
722  „  „  518  „
        <pb n="8" />
        954

Sektion  VII;  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

Der  zweite  wichtige  Posten  sind  Baumwollwaren,  die  seit
15  Jahren  ziemlich  unverändert  zwischen  33  und  40  Prozent  der  Einfuhr
ausmachen.  Das  bedeutet  absolut  eine  Verdreifachung  des  Silberwertes.
Aber  Qarne  haben  sich  fast  verfünffacht,  Gewebe  nur  reichlich  verdoppelt. ­
  Früher  kam  auf  Garne  kaum  ein  Drittel,  heute  fast  die  Hälfte  der
ganzen  Summe.
Auf  alle  andern  Waren,  ausser  Opium  und  Baumwollwaren,  kamen
Ende  der  achtziger  Jahre  noch  nicht  zwei  Fünftel,  1904  dagegen  54  Prozent. ­
  Mit  grösseren  Summen  ragen  heute  nur  Petroleum  und  Zucker
hervor  und  nach  schlechten  Ernten  Reis.
Fragen  wir  uns,  welchen  wirtschaftlichen  Zwecken  die  Einfuhr
dient,  so  ist  ganz  auffallend,  dass  sie  zum  weitaus  grössten  Teil  nicht
für  die  Produktion,  sondern  für  den  unmittelbaren  Verbrauch  erfolgt,
wenn  wir  von  Baumwollgarn  absehen.  Erst  in  den  letzten  Jahren  hat
sich  das  etwas  geändert.  Aber  auch  für  das  Jahr  1904  machen  die
Waren,  die  als  Rohstoffe,  Halbfabrikate,  Maschinen  usw.  der  Produktion
dienen,  soweit  sie  sich  aus  der  mangelhaften  chinesischen  Statistik  aussondern ­
  lassen,  erst  etwa  40  Milk  Tis.,  noch  nicht  12  Prozent  der  Einfuhr,
aus  (von  Garn  immer  abgesehen),  und  darin  stecken  für  7  Milk  Kohlen,
die  grösstenteils  der  fremden  Schiffahrt  dienen.  Eine  Stärkung  der  wirtschaftlichen ­
  Produktionskraft,  d.  h.  also  der  Kaufkraft  Chinas,  findet
also  durch  seine  Einfuhr  nur  in  geringem  Umfange  statt.
Ganz  anders  Japan.  Ich  habe  in  meinem  angeführten  Schriftehen
die  in  der  Tabelle  III  wiedergegebene  Scheidung  der  Einfuhr  in  Waren,
die  dem  Verbrauch  dienen,  durchgeführt  bis  1903  und  hier  bis  1904  fortgeführt. ­
  Das  Kriegsjahr  1904  ist  natürlich  in  mancher  Beziehung  nicht
normal.  Die  Einführung  von  Kriegszöllen  hat  bei  manchen  Waren  zunächst ­
  die  Einfuhr  gesteigert,  später  gehemmt.  Die  Einfuhr  von  Waren
des  reinen  Luxusbedarfs  (z.  B.  Taschenuhren)  hat  abgenommen.  Die
Einfuhr  aus  Russisch-Asien  und  der  Mandschurei  war  natürlich  arg  gestört ­
  (Salzlachs!)  *)  Ein  erheblicher  Teil  der  Einfuhr  besteht  aus  Kriegsbedarf, ­
  so  die  grosse  Zunahme  von  Waliser  Kohle,  Dampfschiffen,  Häuten, ­
  Leder,  Wolldecken,  während  andere  Wollstoffe  abnehmen.**)
Die  Tabelle  V  zeigt,  dass  die  der  Produktion  dienende  Einfuhr  viel
stärker  gestiegen  ist,  als  die  dem  Verbrauch  dienende.  Das  ist  nur  die
andere  Seite  der  uns  bekannten  Erscheinung,  dass  die  Ausfuhr  namentlich ­
  industrieller  Erzeugnisse  sich  so  stark  vermehrt  hat.

*)  Bemerkenswert  ist  die  starke  Zufuhr  von  raffiniertem  Zucker  aus  Russland,  die
von  150  t  auf  1860  t  stieg.  Russland  gibt  seinem  Zucker  Prämien,  damit  der  japanische
Konsument  billigeren  Zucker  bekommt.
**)  Der  Import  für  Kriegszwecke  ist  aber  in  der  Handelsstatistik  offenbar  nur  unvollkommen ­
  enthalten.
        <pb n="9" />
        Ratligen:  Entwickelungstendenzen  im  Aussenhandel  Chinas  und  Japans.  955

Wenn  unser  europäisches  Interesse  vor  allem  darin  besteht,  dass
■wir  Fabrikate  exportieren,  so  zeigt  die  genaue  Betrachtung,  dass  auch
hier  die  japanische  Entwickelung  unsern  Interessen  entspricht.  Denn
unter  den  der  Produktion  dienenden  Dingen  ist  der  Anteil  der  Fabrikate
grösser  als  unter  den  dem  Verbrauch  dienenden  Waren.
Produktionswaren  Verbrauchswaren
überhaupt  davon  Fabrikate  überhaupt  davon  Fabrikate*)
1903  .  160  Mill.  Yen  79  Milk  Yen  157  Milk  Yen  52  Milk  Yen
1904  .  203**)  „  „  98  „  „  168  „  „  53  „
Noch  in  einer  andern  Beziehung  ist  der  Unterschied  von  China
und  Japan  bemerkenswert.  Jenes  führt  Lebens-  und  Genussmittel  aus,
dieses  führt  sie  in  wachsendem  Masse  ein.  Die  chinesische  Landwirtschaft ­
  liefert  in  wachsendem  Masse  Ausfuhrmengen,  die  japanische
Landwirtschaft  deckt  den  Nahrungsbcdarf  des  japanischen  Volkes  nicht
mehr.  Am  auffälligsten  ist  das  bei  dem  Hauptnahrungsmittel,  dem
Reis.  Während  in  den  achtziger  Jahren  sich  eine  regelmässige  Reisausfuhr ­
  entwickelt  hatte,  ist  seit  1897  die  Einfuhr  regelmässig  grösser  als
die  Ausfuhr  (mit  alleiniger  Ausnahme  von  1899).  Der  Einfuhrüberschuss
hat  sich  zwischen  100  000  und  840  000  Tonnen  (1900  und  1904)  bewegt,
dem  Werte  nach  zwischen  5  und  55  Millionen  Yen.***)  Und  dabei  ist
die  Einfuhr  aus  Formosa  (1902/4:  22  400—68  200  t  jährlich)  nicht  eingeschlossen. ­

Auch  sonst  wächst  die  japanische  Einfuhr  von  Lebensmitteln,  von
Bohnen,  Weizen  u.  dgl.  Am  bemerkenswertesten  ist,  dass  Weizenmehl
regelmässig  in  grösseren  Mengen  eingeführt  wird  (1903:  125  500  Tonnen,
1904:  114  850  Tonnen).  Allein  an  Getreide  und  Hülsenfrüchten,  Mehl,
Zucker  und  Düngemitteln  sind  1903  für  111,  1904  für  117  Milk  Yen  eingeführt. ­

Was  bedeutet  das?  Wenn  Japan  in  wachsendem  Masse  Lebensmittel
einführen  muss,  so  müssen  auch  die  Inlandspreise  sich  immer  stärker
den  Weltmarktpreisen  anpassen  resp.  darüber  steigen.  Das  bedeutet
steigende  Kosten  der  Lebenshaltung,  steigende  Löhne.  Diese  Folge

*)  Ohne  Petroleum  und  Zucker.  Rechnen  wir  raffinierten  Zucker  ein,  so  erhöhen
sich  die  Zahlen  um  6  und  5  Millionen.  In  den  letzten  Jahren  hat  Japan  seinen  wachsenden
Zuckerbedarf  mehr  und  mehr  durch  Einfuhr  von  Rohzucker  (aus  Formosa  und  Hinterindien)
gedeckt,  was  vielleicht  mit  der  neuen  Zuckersteuer  zusammenhängt.
**)  In  den  Zahlen  für  1904  stecken  allerdings  erhebliche  Summen  für  Waren,  die
nicht  der  wirtschaftlichen  Produktion,  sondern  dem  Kriegsverbrauch  dienen.
***)  Im  ersten  Halbjahr  1905  war  der  Wert  der  Mehreinfuhr  von  Reis  über
38  Millionen  Yen.  Die  hohen  Zahlen  für  1904  und  1905  hängen  natürlich  mit  dem
Krieg  zusammen.
        <pb n="10" />
        956  Sektion  VII:  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

muss  um  so  mehr  eintreten,  je  mehr  überhaupt  die  Lebenshaltung  steigt,
je  mehr  die  in  den  Städten  zusammenströmende  ländliche  Bevölkerung
von  der  billigen  ländlichen  zu  der  teureren  städtischen  Ernährung  übergeht, ­
  je  mehr  auch  Steuern  und  Zölle  die  Lebenshaltung  verteuern,  was
eine  unzweifelhafte  Folge  des  Krieges  sein  wird.*)  Inwieweit
überhaupt  eine  Änderung  der  Ernährung  der  städtischen  Bevölkerung
und  damit  sowohl  ihrer  Unterhaltungskosten  wie  ihrer  Leistungsfähigkeit ­
  sich  anbahnt,  das  zu  erörtern,  würde  im  Augenblick  zu  weit
führen.**)

IV.
Noch  ein  Punkt  verdient  hervorgehoben  zu  werden:  In  Japan  wie
in  China,  viel  stärker  aber  in  letzterem  Lande,  hat  sich  in  den  letzten
zehn  Jahren  ein  immer  grösserer  Überschuss  der  Einfuhrwerte,  eine  sogenannte ­
  passive  Handelsbilanz,  herausgestellt.  Das  ist  um
so  beachtenswerter,  als  in  derselben  Zeit  die  für  ausländische  Anleihen
jährlich  zu  deckenden  Zinsverpflichtungen  immer  grösser,  in  Japan
allerdings  erst  durch  den  gegenwärtigen  Krieg  erheblich  geworden  sind.
Die  Verpflichtungen  Chinas  an  Zins-  und  Amortisationszahlungen  werden ­
  für  1904  auf  45  Mill.  Taels,  ca.  130  Mill.  Mark,  geschätzt.  Die  Zinsverpflichtungen ­
  des  japanischen  Staates  beliefen  sich  vor  dem  Kriege
auf  höchstens  9  Mill.  Yen,  jetzt  aber  auf  etwa  46  Millionen,  96  Millionen
Mark.  Japan  hat  vor  dem  Kriege  seinen  Einfuhrüberschuss  mit  dem  Erlös
der  chinesischen  Kriegsentschädigung  und  mit  verhältnismässig  unbedeutenden ­
  Staatsanleihen  bezahlt.  Das  war  insofern  unbedenklich,  als
die  Einfuhr  zu  einem  grossen  Teile  der  Stärkung  der  Produktionskraft
des  Landes  diente.
In  China  ist  die  Lage  bedenklicher,  da  die  Verschuldung  durch  politische ­
  Ereignisse  (Krieg  mit  Japan,  nordchinesische  Wirren)  entstanden
ist,  der  wirtschaftlichen  Stärkung  des  Landes  also  nicht  gedient  hat.
Es  ist  für  die  zukünftigen  Finanz-  wie  Handelsverhältnisse  eine  überaus ­
  wichtige  Frage,  wie  jene  Länder  ihre  Zahlungen  balancieren.  Denn
zu  jenen  Zinsverpflichtungen  kommt  noch  der  Erwerb  ausländischer
Unternehmer  im  Inlande.  Ist  das  bei  Japan  bisher  nicht  sehr  erheblich,
so  wird  es  in  China  immer  wichtiger  werden.  Eisenbahn-  und  Bergbaugesellschaften ­
  geben  jetzt  grosse  Summen  im  Lande  aus,  erwarten  dann
aber  entsprechende  Gewinne.  Ich  will  auf  das  Einzelne  nicht  weiter  des
*)  Schon  1903  waren  die  Preise  der  wichtigsten  Lebens-  und  Genussmittel  mehr
als  doppelt  so  hoch,  wie  Ende  der  achtziger  Jahre,  die  Löhne  2  bis  3  mal  so  hoch.
**)  Die  Zahl  der  geschlachteten  Rinder  war  1890:  76  918,  1902:  196  909  (ohne
Formosa).
        <pb n="11" />
        BaK

Rathgen:  Entwickelungstcndenzeu  im  Aussenkandel  Chinas  und  Japans.  957

Näheren  eingehen.  Ich  will  nur  hinweisen,  dass  als  Aktiven  für  jene  Länder ­
  erheblich  in  Betracht  kommen  die  grossen  Ausgaben  der  Missionsgesellschaften, ­
  dass  für  Japan  der  Touristenverkehr  immer  wichtiger
wird,  dass  in  China  die  fremden  Mächte  für  Truppen  und  Kriegsschiffe
grosse  Ausgaben  machen.  Vor  allem  kommt  aber  eines  in  Betracht:
die  grossen  Summen,  welche  von  Chinesen  aus  dem  Auslande  heimgeschickt ­
  oder  bei  der  Rückkehr  mitgebracht  werden.  Das  wurde  1903
auf  73  Mill.  Taels  geschätzt.  In  Japan  schätzt  man  die  entsprechende
Summe  um  1901  erst  auf  14  Millionen  Yen.  Aber  je  mehr  die  Japaner
sich  im  Auslande  der  Erwerbstätigkeit  hingeben,  um  so  mehr  wird  auch
diese  Summe  wachsen.  Ebenso  ist  es  mit  der  Einnahme  aus  der  japanischen ­
  Schiffahrt.  Alle  solche  Einnahmen  dienen  dazu,  die  Einfuhren
zu  bezahlen.  Jedenfalls  sind  aber  beide  Länder  genötigt,  ihre  wachsenden ­
  Verpflichtungen  vor  allem  durch  Steigerung  ihres  Exports  zu  decken.
Als  wichtigste  Ergebnisse  möchte  ich  also  zusammenfassend  sagen:
1.  Japans  Handel  hat  viel  grössere  Fortschritte  gemacht  als  der
Chinas.
2.  Chinas  Kaufkraft  ist  unverhältnismässig  gering,  infolge  seiner  geringeren ­
  wirtschaftlichen  Entwickelung.
3.  Daraus  folgt,  dass  die  wirtschaftliche  Entwickelung,  wie  sie  Japan
durchmacht,  mehr  unsern  wirtschaftlichen  Interessen  entspricht,
als  der  Zustand  Chinas.
4.  Eine  grössere  Zunahme  des  chinesischen  Aussenhandels  ist  zunächst ­
  nur  von  der  Verbesserung  der  Verkehrsmittel  zu  erwarten,
in  erster  Linie  im  Yangtse-Becken  und  im  Norden.
5.  Ein  starker  Aufschwung  ist  nur  von  einer  grundlegenden  Neuordnung ­
  der  Währungsverhältnisse  und  von  einer  Umgestaltung  des
ganzen  Wirtschaftslebens  zu  erwarten,  wie  sie  in  Japan  stattgefunden ­
  hat.  Übertriebenen  Erwartungen  über  die  Zunahme  der  Ausfuhr ­
  nach  Ostasien  dürfen  wir  uns  für  die  nächste  Zukunft  überhaupt ­
  nicht  hingeben.

*

*

Tabellen  zum  Referat
„Entwickelungstendenzen  im  Aussenhandel  Chinas  und  Japans“
von  K.  Rathgen.

Goldwert

des  Yen

des  Tael

des  Yen

des  Tael

1888  .  .

.  .  3,09  Mk.

4,75  Mk.

1903  .  .

2,68  Mk.

1889  .  .

•  •  •  3,13  „

4,85  „

1904  .  .

.  •  •  2,09  „

2,92

1897  .  .

•  •  2,09  „

3,03  „
        <pb n="12" />
        958  Sektion  VII:  Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands.

I.  Wareneinfuhr  und  Ausfuhr.  1880—1904.

Jahr

J  ar
Ausfuhr
Mill.  Yen

a  n
Einfuhr
Mill.  Yen

Ch
Ausfuhr
Mill.  Tael

i  n  a
Einfuhr
Mill.  Tael

1880

28,4

36,6

77,9

79,3

1881

31,1

31,2

71,5

91,9

1882

37,7

29,4

67,3

77,7

1883

36,3

28,4

70,2

73,6

1884

33,9

29,7

67,1

72,8

1885

37,1

29,4

65,0

88,2

1886

48,9

32,2

77,2

87,5

1887

52,4

44,3

85,9

102,3

1888

65,7

65,5

92,4

124,8

1889

70,1

66,1

96,9

110,9

1890

56,6

81,7

87,1

127,1

1891

79,5

62,9

100,9

134,0

1892

91,1

71,3

102,6

135,1

1893

89,7

88,3

116,6

151,4

1894

113,2

117,5

128,1

162,1

1895

136,1

129,3

143,3

171,7

1896

117,8

171,7

131,1

202,6

1897

163,1

219,3

163,5

202,8

1898

165,8

277,5

159,0

209,6

1899

214,9

220,4

195,8

264,7

1900

204,4

287,3

159,0

211,1

1901

252,3

255,8

169,7

268,3

1902

258,3

271,7

214,2

315,4

1903

289,5

317,1

214,4

326,7

1904

319,3

371,4

239,5

344,1

II.  Hauptposten  der  Ausfuhr  Chinas.

1888

1889

1903

1904

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Ausfuhr  überhaupt

92,4

96,9

214

239

1.  Tee

31,1

28,3

26,3

30,7

2.  Seide

23,8

28,6

59,3

65,7

3.  Seiden  waren
4.  Chinesische  gewerbliche  Erzeug-8,4



7,8

15,0

12,6

nisse:

Porzellan

0,76

0,64

2,20

1,66

Chinesische  Kleidung

2,11

1,71

2,0

1,65

Feuerwerk

1,21

1,21

2,43

2,72

Matten

1,09

1,24

5,20

5,34

Strohbänder

1,99

2,03

4,13

4,50

Papier

1,65

1,42

3,50

3,77
        <pb n="13" />
        Ratligen:  Entwickelungstendcnzen  im  Aussenliandel  Chinas  und  Japans.  959

1888
Mill.  Tael

1889
Mill.  Tael

1903
Mill.  Tael

1904
Mill.  Tael

Medizin  .  .

0,36

0,31

1,89

1,97

Nudeln  ...

0,24

0,25

1,18

1,43

5.  Rohstoffe  ausser  Seide:
Bohnen  .  .  .

0,05

0,11

5,29

2,36

Bohnenkuchen

?

5,55

4,93

Borsten  ...  .  ....

?

?

1,99

2,50

Vieh  ....  .  ....

?

3

2,68

3,12

Baumwolle  .  .  .

2,23

5,04

13,29

24,81

Hanf  ...  .  .

0,25

0,25

1,72

1,85

Häute

0,92

0,70

4,72

7,14

Obst

0,60

0,58

1,65

1,79

Provisionen

0,58

0,67

2,92

2,10

Eier  und  Albumin  .......

?

?

1,68

1,65

Talg

?

f

1,61

0,97

Felle  und  Pelze

0,58

0,75

5,55

7,33

Oele  ....

0,56

0,45

3,59

4,83

Zucker  .......  ...

2,48

2,72

0,99

1,35

Tabak

0,74

0,91

2,03

2,56

Wolle

0,65

0,93

2,73

5,08

III.  Hauptposten  der  Einfuhr  Chinas.

1888
Mill.  Tael

1889
Mill.  Tael

1903
Mill.  Tael

1904
Mill.  Tael

Einfuhr  überhaupt

124,8

110,9

327

344

1-  Opium

32,3

30,4

43,8

37,1

2.  Baumwollwaren

44,4

36,1

128,6

124,1

davon  Garn  .  .

13,4

12,9

67,4

58,9

Stückgüter

31,0

23,2

61,2

65,1

3.  Wollwaren  .  .  ....

5,1

3,4

4,0

4,2

4.  Sonstige  Gewebe  .

0,1

0,1

2,2

3,0

5.  Metalle

6,9

6,7

15,3

21,2

davon  Eisen,  Stahl

2,4

2,2

6,4

5,2

andere

4,5

4,5

2,5

8,7

6.  Sonstiges

35,9

33,5

132,8

154,5

davon  Kohle  .  .  .

1,7

2,4

8,5

7,0

Rohbaumwolle  .  .

1,5

1,2

0,9

1,0

Fischereiprodukte  ....

4,3

4,1

7,9

8,6

Mehl

0,6

0,6

2,9

3,6

Zündhölzer  ....

1,1

1,1

3,8

4,7

Petroleum  ....

2,2

2,9

15,7

27,9

Reis

9,6

6,0

7,7

8,4

Zucker  ....

0,7

0,5

16,0

18,3

Eisenbahnmaterial  .  .  ,

—

—

8,0

6,0

Wein,  Bier,  Spirituosen

0,3

0,3

1,6

2,1
        <pb n="14" />
        IV.  Hauptposten  der  Ausfuhr  Japans.

1888
Mill.  Yen

1889
Mill.  Yen

1903
Mill.  Yen

|  1904
Mill.  Yen

Ausfuhr  überhaupt  .

65,7

70,1

289,5

319,3

I.  1.  Rohseide

25,9

26,6

74,4

88,7

dazu  Abfallseide  und  Kokons  .  .

2,9

2,7

7,0

5,9

2.  Tee

6,1

6,2

13,9

12,8

3.  Reis

7,4

7,4

5,0

4,7

4.  Kupfer

3,5

2,9

14,9

12,9

5.  Kohle

3,2

4,3

19,3

14,8

Summe  I

49,0

50,1

134,5

139,8

II.  1.  Seeprodukte

3,2

3,3

7,0

7,9

2.  Sonstige  Nahrungsmittel  und
Getränke

1,0

1,5

6,0

8,9

(Pilze,  Ingwer,Erdnüsse,  Soya,  Sake,  Bier)
3.  Drogen

1,5

2,2

7,3

7,9

(Kampfer,  Schwefel,  Münze,  Ginseng)
4.  Oel  uiid  Wachs

0,5

0,5

2,4

2,8

(Fischöl,  Pflanzenwachs)
5.  Nutzholz

0,2

0,2

1,9

3,2

Summe  II

6,4

8,7

24,6

30,7

III.  Japanwaren

3,8

4,0

9,8

11,6

(Papier,  Bronze,  Kupfer,  Bambus,  Fächer,
Lack,  Porzellan,  Wandschirme,  Spielzeug)
IV.  Erzeugnisse  der  Textilindustrie
Seidengewebe

1,7

2,9

31,5

43,7

Baumwollgarn

—

—

31,4

29,2

Baumwollgewebe

0,2

0,2

8,3

9,6

Andere  Gewebe  .

0,0

0,0

1,5

1,5

Kleidung

0,1

0,2

3,5

4,6

Summe  IV

2,0

3,3

76,2

88,6

V.  Andere  wichtige  Industrieerzeugnisse ­

Zigaretten

0,0

0,0

2,0

2,5

Zement

—

—

0,6

0,5

Bürsten

?

0,9

0,9

Wanduhren

f

f

0,4

0,5

Glaswaren

0,1

0,0

1,0

1,0

Jinrikisha

0,1

0,0

0,2

0,2

Lampen

?

f

0,5

0,5

Zündhölzer

0,7

1,1

8,5

9,8

Matten

0,1

0,2

4,7

4,9

Strohbänder

0,3

0,1

3,8

5,2

Holzbänder  und  Späne

—

—

1,3

1,3

Regenschirme

0,1

0,1

1,4

1,4

Summe  V

1,5

1,5

25,3

28,7
        <pb n="15" />
        '

■

61

V.  Einteilung  der  Einfuhr  Japans*)
je  nachdem  sie  dient:

Jahr

A
dem  unmittelbaren ­

Verbrauch

B
der
Produktion

von  B  waren

Eisen  und
Eisen  waren

Maschinen
und
Instrumente

Garne

Spinnstoffe

Drogen,
Chemikalien, ­

Färb  waren

(in  Millionen  Yen)

1875

18,5

8,5

i

i

4

0,4

i

1885

16,6

13

2

1,5

5,4

0,8

1,5

1889

30

36

5,2

5,3

12,9

6,1

3

1895

60

70

10

6

10

26

7

1902

112

160

18,8

11,4

3,3

85,6

13,9

1903

157

,  160

21,9

12,5

3

77,1

14,4

1904

168

203

24,9

14,8

3,8

86,5

13,5

VI.  Gesamtverkehr  der  dem  fremden  Handel  in  China  geöffneten  Plätze
(Millionen  Taels).

Jahr

Nordhäfen

Yangtsehäfen

Shanghaigebiet ­


Südhäfen
(oh  ne  Formosa)

1889

53,4

73,5

73,6

135,0

1899

156,3

163,9

155,4

233,4

1903

177,3

226,7

162,3

281,4

1904

173,8

235,5

190,1

283,8

VII.  Hauptrichtungen  des  japanischen  Aussenhandels.*)

Jahr

A  it  s  f  u  h

r  nach

As
China,
Hongkong,
Korea,  Russisch-Asien ­


i  en
dem
übrigen
Asien

Amerika

Europa

andern
Ländern

zusammen

1873

4,8

42

19,1

28,1

1881

8,1

0,5

11,1

13,3

—

33,0

1889

14,3

1,4

26,1

26,8

1,4

70,0

1902

85,5

15,8

83,8

67,0

6,2

258,3

1903

108,7

18,1

85,7

70,3

6,7

289,5

1904

116,6

18,0

104,6

72,4

7,7

319,3

Einfuhr  aus:

1873

9,9

—

1,0

17,1

—

28,0

1881

7,5

2,3

1,8

21,6

—

33,2

1889

14,6

8,6

6,2

36,1

0,6

66,1

1902

57,0

66,4

49,2

93,9

5,3

271,7

1903

64,4

104,8

46,8

96,1

5,1

317,1

1904

68,2

114,3

59,0

120,5

9,3

371,4

*)  Aus:  Karl  Rathgen,  „Die  Japaner  und  ihre  wirtschaftliche  Entwickelung“,  Leipzig,  Teubner  1905.
        <pb n="16" />
        Ratli  gen:

Medizin  .  .
Nudeln  .  .
Rohstoffe  au
Bohnen  .  .
Bohnenkuchen
Borsten  .  .
Vieh  .  .  .
Baumwolle  .
Hanf  .  .  .
Häute  .  •
Obst  .  .  •
Provisionen  .
Eier  und  Albuir
Talg  .  •  •
Felle  und  Pelze
Oele  .  •  ■
Zucker  .  .
Tabak  .  •
Wolle  -  .

Einfuhr  überhai

Opium  .
Baumwollwa
davon  Garn
Stückgüter  .
Woll  waren
Sonstige  Gev
Metalle
davon  Eisen,  Si
andere  .  •
Sonstiges  .
davon  Kohle
Rohbaumwolle
Fischereiproduk
Mehl  .
Zündhölzer
Petroleum
Reis  .  ■
Zucker  .
Eisenbahnmater
Wein,  Bie

I  denzen  im  Aussenliandel  Chinas  und  Japans.  959

I  i

kr»
D

!&amp;gt;

o

CD

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o
oo

DD
00

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00

O
CD

■

1-1888



1889

1903

1904

'

i

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

3&amp;gt;

:  •  .  .

0,36

0,31

1,89

1,97

'

0,24

0,25

1,18

1,43

WM

s

0,05

0,11

5,29

2,36

?

}

5,55

4,93

?

}

1,99

2,50

■

?

}

2,68

3,12

mm

2,23

5,04

13,29

24,81

1

0,25

0,25

1,72

1,85

8

8

0,92

0,70

4,72

7,14

p

0,60

0,58

1,65

1,79

1

r

0,58

0,67

2,92

2,10

_•  •  •

?

?

1,68

1,65

■

?

?

1,61

0,97

r.

0,58

0,75

5,55

7,33

0,56

0,45

3,59

4,83

mm

2,48

2,72

0,99

1,35

0,74

0,91

2,03

2,56

mm

0,65

0,93

2,73

5,08

Sls|e



losten  der  Einfuhr

Chinas.

m

i

1888

1889

1903

1904

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

Mill.  Tael

■■

124,8

110,9

327

344

32,3

30,4

43,8

37,1

§:

44,4

36,1

128,6

124,1

13,4

12,9

67,4

58,9

31,0

23,2

61,2

65,1

5,1

3,4

4,0

4,2

0,1

0,1

2,2

3,0

5:

■i  -

6,9

6,7

15,3

21,2

:

2,4

2,2

6,4

5,2

4,5

4,5

2,5

8,7

«:

35,9

33,5

132,8

154,5

1,7

2,4

8,5

7,0

ü

&amp;gt;;»’  ,  .  .

1,5

1,2

0,9

1,0

4,3

4,1

7,9

8,6

°

0,6

0,6

2,9

3,6

3:

1,1

1,1

3,8

4,7

■

2,2

2,9

15,7

27,9

9,6

6,0

7,7

8,4

0,7

0,5

16,0

18,3

■

.  .

—

8,0

6,0

.  .  .

0,3

0,3

1,8

2,1
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
