7 lassen — und aus diese Eventualität müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten. Sicherlich wird uns der Einwand nicht Versteckspielen erspart bleiben, daß wir Wasser aus die Mühle ^öffentlichen unserer Gegner treiben. Ein Teil der deutschen Meinung Presse, darunter die vornehmsten Organe der öffentlichen Meinung, schweigen mit Absicht über die künftige Gestaltung der russischen Staatswirtschaft/ weil sie der Regierung des Zaren den künftigen Bankerott nicht erleichtern wollen. Die Furcht des Finanzministeriums vor der Entrüstung und Erregung des Aus landes gegenüber einem unerwarteten Gewalt streich, werde, so meint man, am wirksamsten vor einem Staatsbankerott sichern; wird aber das Publikum in Deutschland und Frankreich langsam auf diese Möglichkeit vorbereitet, dann werde die Finanzverwaltung ohne Schwierigkeit ihre Verpflichtungen verletzen können. Darum sei es am besten, jetzt zu schweigen und erst zu sprechen, wenn man vor einem fait accompli stehe. Was würde man wohl von einem Arzt sagen, der erklärt: „Ich sehe das Uebel kommen, aber ich warte, bis der Kollaps da ist?" Wir glauben nicht daran, daß sich die kommende Duma in ihren Entschließungen durch die Stimme der auswärtigen Presse wird beeinflussen lassen; in einem jungen Parlament werden so elementare Kräfte entfesselt, daß jeder Versuch, sie zu regulieren, mit Notwendig- feit scheitert. Und ist es nicht primäre journalistische Pflicht, das Publikum vor der Gefahr, die kommen wird und kommen muß, rechtzeitig zu warnen? Ist es unpatriotisch, darüber zu sprechen in einem Zeitpunkt, wo eine neue Anleihe in Sicht ist? Ist es voreilig, über die Retorsionmittel zu sprechen, ehe noch die Ent scheidung gefallen ist, und sollen wir vielleicht warten, bis uns der Bankerott angekündigt wird, um dann in hilf- und nutzlose Klagen auszubrechen? Jetzt muß volle Aufklärung über die ganze