38 Die Jagd nach Jeder Minister, jede Verwaltungsbehörde fetten verlangt so viel als möglich. Die Beamten ' setzen ihrem entfachten Appetit keine Schranken. Sie fordern große Summen zur Verfügung und Kredit. Im Staatsrate beginnt der Handel. Das Finanzministerium nimmt den Löwen anteil in Anspruch. Es muß ihn jedoch mit dem Hofe, mit dem Kriegs- und Marine ministerium und dem Ministerium des Innern teilen. Die anderen kommen nur dann in Be tracht, wenn an ihrer Spitze ein Günstling des Zaren oder eine durch Konzessionen ganz be sonders einflußreiche Persönlichkeit steht. Und der Staatsrat beschränkt sich aus die Rolle des Zwischenhändlers derart, daß es darin „nie verschiedene Meinungen" gibt; die „Mitglieder desselben machen einander Konzessionen und sind zu jedem Kompromiß bereit". Aus diese Weise wird dem Monarchen „ein einheitliches Budget vorgelegt, das in Praxis um den teueren Preis der ungeheueren Etatüberschreitungen verwirklicht wird"?) Es ist selbstverständlich, daß der Staatsrat unter diesen Umständen den Willen des Mon archen nicht einschränkt; um so mehr, als eine ganze Reihe anderer Einrichtungen bezüglich der Ausstellung des Budgets in Etatsüber schreitungen mit dem Staatsrat konkurrieren. Und zwar geht diese Art Konkurrenz nur teil weise öffentlich vor sich, das meiste aber spielt sich hinter den Kulissen geheim ab. Als öffent liche Organe erscheinen hier die Minister, die ohne Rücksicht auf den Staatsrat persönlich den Kaiser um Kreditzuschüsse ersuchen; andere Kreditzuschüsse werden in besonderer Beratung mitdemVorsitzendendesOekonomiedepartements, dem Staatskontrolleur, dem Kriegsminister und den Ministern der Finanzen und der Marine erlangt. Im dritten Falle endlich, wo es sich um die Staatsschulden handelt, hat das Wort noch eine geheime Einrichtung, die als „das Komitee der Finanzen" bezeichnet wird. Selbst- Prof. Koskunow. Rufs. StaatSr. Bd. II, S. 33 ff.