49 in die Reihe der europäischen Fürsten zählen zu dürfen. Sein Wirken war von Erfolg ge krönt. Seine Nachfolger haben in Europens Geschicke eingegriffen, und zwar — asiatisch. Und heute sieht man in seinem Reiche bereits mit Verachtung auf die Asiaten herab. Rußlands Europamanie aber gerade war es, die es zwang, sich die Vorherrschaft in Asien zu sichern. Die Waren, welche der künstlich gezüchtete Industriestaat Rußland aus eigener Kraft produziert, sind für den westlich verfeinerten Geschmack wenig ansprechend. Der „Asiate" muß sie kaufen. Andererseits braucht Rußland neben dem Getreide Exportwaren, um seine Zahlungsbilanz den Westländern gegenüber aus zuputzen. Das allein ist der wirtschaftliche Grund für Rußlands politische Handlungsweise. Denn sobald eine Macht der Welt ihm diese Möglichkeiten beschneidet, ist es nichts weiter mehr als ein ostländischer Ackerbaustaat. Schon bei der Angliederung Sachalins war das semieuropäische Reich auf Japans Rivalität gestoßen. Aber damals gab sich der Mikado mit der Ueberlassung der Kurilengruppe zu frieden. Seitdem ist ein Menschenalter ver strichen, und gewaltige Veränderungen haben sich in dem kleinen Inselstaats vollzogen. Eine Industrie ist herangereift, die nach Absatz ver langt. Der asiatische Kontinent ist natürlich sein geborener Abnehmer. Und da sollte es russischen Einfluß gerade in Korea sich einnisten lassen, das gewissermaßen vor seiner Schwelle liegt, seiner Industrie Absatz, seinem Kapital reiche Betätigung verspricht. Wohl mag auch so eine Art asiatischer Monroedoktrin die Ge müter in Japan beherrschen. Aber selbst die allernüchternste Ueberlegung, die sich von jedem Chauvinismus fernhält, muß die Japaner ein sehen lehren, daß sie sich geradezu jede wirt schaftliche Zukunft verbauen, wenn sie dem russi schen Vordringen jetzt keineSchranken setzen. Seit dem der russische Koloß sich in die Mandschurei vorschob, war die Tatsache der blutigen Aus- Rußland und Japan