63 darf über die Grenze Dummes Pack! Nicht für zehn Prozent hätt' ich das Geld ge geben. Ich glaube, die neue Anleihe ist doch ein ganz gutes Geschäft." — Die russische Presse, in Deutschland vertreten durch den Berliner Börsencourier: „Der Abschluß der neuen russischen Anleihe .... wird voraus sichtlich in der Oeffentlichkeit zu lebhaften Dis kussionen Anlaß geben, ob dem deutschen Publi kum die Beteiligung an der Anleihe zu empfehlen sei oder nicht Niemand wird offenkundige Mißstände in Abrede stellen und die äußeren und inneren Gefahren, von denen Rußland augenblicklich bedroht wird, ableugnen können. Trotzdem ist alles Gold, was glänzt. Alle russischen Budgets haben be deutende Ueberschüsse ergeben, die nur von ganz revolutionären Charakteren angezweifelt worden sind Im Vergleich zur starken Schulden vermehrung anderer Großstaaten war die Aus gabe neuer Anleihen in Rußland bis zum Aus bruch des Krieges nur im mäßigen Umfang erfolgt. Nur durch politische Gegnerschaft kann es erklärlich, wenn auch nicht entschuldbar ge macht werden, daß einzelne Querköpse die russi schen Eisenbahnobligationen mit zu diesen Schulden rechnen Bei dem außer ordentlich entwickelten Pumpgenie Rußlands darf mit Sicherheit erwartet werden, daß es ihm ein leichtes sein wird, auch weitere Mittel zu erhalten Die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland können als beinahe turmhohe Freundschaft bezeichnet werden Wer praktische Politik treiben will, muß russische Anleihen kaufen: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, wer nicht pumpt, wird keine Waren los Rußland ist ein Kulturstaat ersten Ranges. Seit langem sind dort alle privaten Diebstähle untersagt." — Vossische Zeitung, Annoncenteil der Aus gabe vom 29. Dezember: „Ein akademisch gebildeter Herr, der im russischen Marine ministerium die besten Verbindungen hat, emp- Russische Presse in Deutschland Ein Dokunient der Kor ruption