64 Handelspolitik und Anleihen Für uns bleibt nichts übrig Der Reichs kanzler stehlt sich Firmen und Erfindern, die was liefern wollen. Offert, unt. 8. E. 303 an die Exped. dies. Zeitung." — Der deutsche Reichsschatzsekretär: „Bülow hat's leicht, hohe Politik zu machen, wenn ich den Buckel herhaltet: muß. Er muß mit dem schlechten Zolltarif leidliche Handels verträge zustande bringen und macht das einfach mit Protektion russischer Anleihe. Für 500 Millionen läßt sich jeder das bißchen Veterinär- Polizei gefallen. Er hat jetzt den Platz an der Sonne. Und ich sitze im Schatten der Finanznot. Trotzdem schwitze ich. Jetzt wäre eine so schöne Zeit für mich. Das Publikum hat Geld für seine Coupons bekommen und könnte schon ein bißchen was in neuen Anleihen anlegen. Das geht nun alles in die russische Tasche, die Bülow aushält. Wir kommen im März, vielleicht auch ein paar Tage früher, wenn die Moneten wieder knapp sind. Müssen die Sache ja erst im Reichstag durchschwatzen lassen. Für Finanzen zweifellos Absolutismus das allerbeste. Hab's in Bayern zwar anders gelernt. Geht aber doch am schnellsten. Zug um Zug. Vor Neid könnten einem ordentlich dieAugen übergehen. Mir hilft kein Mendelssohn. Wenn ich emittieren will, setzt man mir nicht den Privatdiskont in einem fort herunter und macht gutes Wetter. Im Gegenteil, wenn man ahnt, daß ich komme, setzt man mir die Anleihen herunter und den Diskont herauf. Und bei den Konferenzen hat man tausenderlei Bedenken, als ob die Wilhelmstraße am Bosporus läge. Das Vertrauen zur Finanzlage der Staaten scheint bei unseren Bankleuten im Quadrat der Entfernungen zu wachsen. O Bülow! Bülow! Nur eine Bitte habe ich: Pump nicht auch noch den Ungarn." Der Reichskanzler: Quid sit futurum cras, fuge quaerere . . . (Büchmann Seite 411) fellx, qui potuit rerum cognoscere causas (Büchmann Seite 402) .... Wächst mir ein Kornfeld in der stachen Hand? (Büchmann Seite 228) . . .