71 Jedoch c’est le ton qui fait la musique: Die Art, wie die Einführung der Russen geschah, verdient schärfsten Tadel. Denn die war eines Hauses unwürdig, zu dem jeder Lehrling mit beinahemystischerHochachtung aufzuschauenlernt. Man muß es Herrn Fischt lassen, er ver steht es, auf dem Preßinstrument zu spielen. Weshalb, so wird man fragen, soll er nicht, wenn er gleichgesinnte oder feile Schreiber findet, seine Ware loben lassen? Gewiß! Aber war es nötig, daß jeder, der aus ökonomischer Ueberzeugung anderer Meinung, aus politischer Erwägung gegen sein Vorhaben war, als Trottel, Phantast oder als Revolutionär ver höhnt und verlästert wurde? War es not wendig, mit lärmender Reklame von horrenden Ueberzeichnungen zu sprechen, um dann schließ lich bis zu fünfzig Prozent auf Zeichnungen mit Sperrverpflichtung zuzuteilen? Mußte man überhaupt bei einer Kriegsanleihe von dem leichtfertigen Anerbieten der Zeichner Gebrauch machen, sich Sperrfesseln anlegen zu wollen? Alles, um mit der schnellen Auflösung des Konsortiums prunken zu können. Und wie wurde der Markt bearbeitet! Die kleinen Makler speiste man mit kleinen Geschenken ab. Ueber die Beteiligung der Großen aber zirkulierten an der Börse riesige Zahlen — der Berliner Makler-Verein sollte angeblich allein drei Milli onen Mark zur Verteilung an seine Direktoren und Agenten bekommen haben. Das Bedenklichste aber scheint mir, daß man jetzt nach denselben Grundsätzen weiter arbeitet: Es existiert selbstverständlich keinerlei Gefahr. Hatte der Fürst Trubetzkoj dem Zaren zugerufen: „Le n'est pas une erneute, e’est uns revolution“, so beschwichtigen die Vertrauens männer des Herrn Fischt in der Presse die geängsteten Staatsgläubiger: „es n'est pas une revolution, c’est une simple erneute“. Beson ders tut sich wieder der Berliner Börsen-Eourier hervor: Obwohl der Börsenwitz, daß russische Anleihen nur noch „per Erscheinen des Herrn Die Bearbei tung der Börsenpresse Angebliche Überzeichnung Geschenke an die Börse Der Börsen- Courier