78 Pump und Handel geleistet hat, so tat es das, weil es seinen da- inaligen Interessen entsprach. Es hat oft genug seitdem bewiesen, daß es Sentimentalität in seiner Politik nicht keirnt, und wenn Wörth und Weißenburg uicht uns, sondern den Franz männern den Sieg gebracht hätteil, wer weiß, ob nicht die russische Neutralität zum Teufel gegangen wäre. Wir aber wollen jetzt, wo unser — trotz aller Freundschastversicherungen — bis jetzt gefürchtetster Gegner am Boden liegt, aus ben sentimentalischen Erwägungen die Situation nicht ausnutzen. Aber nein. In der neugermanischeil Aus landspolitik wird zwar nach Sentimellts ge- hairdelt, allein mall lvill es nachher nicht wahr haben. Und hier muß dann plötzlich die volks wirtschaftliche Notwendigkeit als schweres Geschütz herhalten. Schon seit Wochen rumoren ein paar Poltergeister in verschiedenen Zeitungen umher, schreien, daß man jetzt, wo bald der neue Handelsvertrag in Kraft treten werde, Rußland nicht vor den Kopf stoßen dürfe und bezichtigen die, die das deutsche Publikum ivarnen, deutsches Geld gegen russisches Papier einzutauschen, der Störung unserer Handels interessen. Eine feine Logik! Wer die Ausfuhr statistik selbst ohne allzu subtile Aufmerksamkeit überliest, wird erkennen müssen, daß unser Ab satz ins englische Sprachgebiet um ein Vielfaches uilseren russischen Export überragt. Den besseren Kunden also dürfen wir vor den Kopf stoßen, bell schlechteren aber müssen wir karessieren. Vielleicht wegen der Zukunft? Man hat Herrn Witte nach Washington gesaildt, vermutlich iveil seine Gegner hoffen, er werde dort sein Prestige verlieren. Gelingt es ihm aber, seülen zahl- rcichen Feinden ein Schnippchen zu schlagen uild einen leidlichen Frieden zu schließen, so wird sein Wille im Reiche russischer Handelspolitik wieder mächtig werden. Sein Wille aber wird vor- wie nachdeni den Schutzzoll diktieren. Immer enger wird sich das russische Reich mit Zöllen umschließen, und wenn wir erst das Geld