79 gegeben haben werden, wird der amerikanische Stahltrust die Beziehungen nutzbar machen, die seine Vertreter anläßlich der Amerikareise mit Herrn Witte anknüpfen werden. Gewiß, man kann nicht behaupten, daß uns England in handelspolitischer Beziehung das Leben leicht macht. Aber bis zur Stunde haben das Mutter land und ein Teil der Kolonien sich noch nicht hinter Zöllen verbarrikadiert. England ist ein guter Kunde, freilich auch ein scharfer Konkurrent gewesen. Aber will man jetzt schon die Kon kurrenz als ein Verbrechen betrachten? Geirügt sie zur politischen Gegnerschaft? Fragt nur cin- nral urrsere Kaufleute, rvie ihnen der Buren rummel bekommen ist, und wie die sortwähren- derr deutsch-englischen Plänkeleien, wie die Ver hetzung arlfs Geschäft wirkt? Irr Wahrheit verbietet urrs gerade unser England und rvirtschaftliches Interesse, das englische Volk zu Deutschland provozieren. Glaubt sich die Diplomatenzunst darüber hinwegsetzen zu können, so ist das ihre Sache, der Reichstag mag sich nicht Aufklärung über ihre Beweggründe holen. Aber unbegreif lich ist, daß mit einem Bündnis zwischen Deutschland, Frankreich und Rußland auch solche Preßorgane sympathisieren, die unter liberaler Flagge segeln. Im Kampf gegen die Reaktion bildet heute Frankreich das Zünglein an der Wage. Im Bündnis mit England werden seine Träger freiheitlicher Ideen gestärkt, treibt Deutschland es zum neuen Bund mit Rußland, so wird auch in Frankreich allmählich wieder das politische Dunkelmännertum gestärkt. Die Zeiteir der heiligen Alliance leben wieder auf. Hier ist nicht der Ort, diese Frage weiter auszuspinnen. Aber ich warf sie nicht nur auf unr des inneren Widerspruches willen, in den: sich unsere Liberalen befinden. Der polilischen Konstellation der nächsten Jahre ist eine sehr große finanzpolitische Bedeutung beizumessen. Denn wie wirkt sie auf Rußland zurück? Einem isolierten Rußland bleiben nur zwei Möglich keiten: Revolution oder energische Reform. Ein