86 Guter Wille und harte Not wendigleit Der revolu tionäre Fi nanzminister Die Assignaten ferner der Satz: „Die Gläubiger des Aus lands freilich, wo die Assignaten keinen Kurs haben, müssen in bestimmten Fristen bar bezahlt werden?' So schuf denn nach Cambons Vor schlag der französische Konvent im Jahre 1793 die erste vernünftige Finanzmaßnahme, die seit Colberts Zeiten getroffen worden war. Sicher wird die russische Duma, welches auch immer ihr Charakter sein mag, ebenso handeln. Denn auch die revolutionärste Re gierung legt Wert aus finanzielle Reputation, ohne die sie nicht auskommen zu können glaubt. Aber die bittere historische Notwendigkeit ist stärker als der Wille auch einer gesetzgebenden Versammlung. Es hat bisher noch keine Re- vollition gegeben, die finanziell nicht dieselben Wege gewandelt wäre wie die von ihr gestürzte Regierung. Und die Folge davon war, daß sich schließlich stets dieselben Mißstände in finanz politischer und ökonomischer Beziehung offen barten wie unter dem alten Regime, und daß an diese Mißstände auch die Bestrebungen an knüpften, die den früheren Radikalismus er heblich beschnitten. Es gibt Revolutionäre, die reiten lernen, sich in den Waffen üben und strategische Werke studieren, um die Revolution kommandieren zu können. Aber hat sich schon jemals irgendwer zum Finanzminister der Revolution präpariert? Auch das revolutionärste Regieren kostet Geld. Woher soll man es nehmen? Man muß aus der alten Vorratskammer das nehmen, was brauchbar ist. Das legitimistische Frankreich hatte drei Einnahmequellen: Steuerkontributionen, An leihen und Assignaten. Die Kontributionen konnte man nicht weiter verwenden, denn sie hatten den Haß gegen das Königtum am meisten ge schürt. Anleihen waren vom Auslande nicht zu bekommen, freiwillig vom Jnlande auch nicht. Man griff zu Zwangsanleihen, die man den Reichen auferlegte. Aber das ergiebigste Mittel blieben die Assignaten. Die Assignaten wirtschaft ist nicht etwa, wie man viel-