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Einigung  eingebürgert  hatten. 1 )  Die  Rechtssicherheit  in  den
von  den  Serben  bewohnten  Gebieten  konnte,  wie  überall  in
diesen  Zeiten,  dem  Handel  durchaus  nicht  günstig  sein.  Bevor
die  serbischen  Könige  zu  Anfang  des  XIII.  Jahrhunderts  die
Gewalt  in  sich  zentralisierten,  hatten  sich  einzelne  Grundherren ­
  fast  volle  Souveränität  angeeignet.  Jeder  liess  sich
von  den  durchziehenden  Kaufleuten  die  Erlaubnis  zum  Handel
immer  wieder  abkaufen:  wie  viel  eigenmächtige  Grundherren,
so  viel  Zollstationen  gab  es.  Daneben  waren  Anschauungen
allgemein  geltend,  welche  der  Entwickelung  des  Handels
grosse  Hindernisse  in  den  Weg  legen  mussten.  Es  galt  das
Strandrecht;  weiter  konnte  jeder  Kaufmann  für  Schulden  und
Gesetzwidrigkeiten  irgend  eines  anderen  seiner  Landsleute
verantwortlich  gemacht  werden:  die  Rechtsprechung  auch  über
die  Fremden  stand  den  Grundherren  zu  und  wurde  von  denselben ­
  vielfach  zu  Ausbeutungszwecken  missbraucht.
Unter  solchen  Bedingungen  konnte  der  Handel,  welcher
in  der  Hauptsache  von  fremden  Kaufleuten  betrieben  wurde,
keineswegs  gedeihen.  Inwieweit  dabei  gemünztes  Geld  in
Anwendung  kam,  musste  dieses  augenscheinlich  byzantinischen
Gepräges  gewesen  sein.  Zu  dieser  Zeit  war  die  byzantinische
Goldmünze,  der  Solidus,  unter  dem  Namen  Byzantiner  die
beliebteste  und  verbreitetste  Handelsmünze  der  Welt.  Dass
diese  Goldstücke  auch  in  serbischen  Gegenden  gebraucht
wurden,  wird  durch  den  Kaiser  Konstantin  Porphyrogennetes
bestätigt,  nach  dessen  Bericht  die  Ragusaner  im  X.  Jahrhundert
an  die  serbischen  Nachbarfürsten  für  die  Benützung  des  umliegenden ­
  Gebietes  einen  jährlichen  Tribut  von  36  solcher
Goldmünzen  zu  zahlen  hatten. 2 )  Die  an  der  dalmatinischen
Küste  gelegene  Stadt  Ragusa,  welche  bis  zum  Jahre  1808  als
eine  aristokratische  Republik  einen  eigenen  Staat  bildete,
spielt  in  der  serbischen  Handelsgeschichte  eine  Rolle  von

')  Mijatovic,  Trg'.  politika  srp.  kraljeva  (Die  Hand.-Politik  der  serb.
Könige),  Otacbina  I.  3.
2 )  Iirecek.  Die  Bedeutung  von  Ragusa  in  der  Handelsgeschichte
des  Mittelalters.  Vortrag.  1901,  S.  11.