b  Jirecek,  die  Handelsstrassen  und  Bergwerke  in  Serbien  und  Bosnien
im  Mittelalter  1879,  S.  59.

Welt  getrennt,  zogen  sich  die  Serben  in  sich  zurück  und  ihr
Leben  entwickelte  sich  mehr  nach  seiner  seelischen  Seite  hin;
die  Religion,  welche  sie  you  Byzanz  aus  hatten,  fiel  da  auf
fruchtbaren  Boden  und  durchdrang  das  Volk  in  dem  Masse,
dass  Religion  und  Nationalität  zu  einem  Begriffe  verschmolzen.
Darum  fühlten  sich  die  Serben  auch  von  der  griechischen
Kultur  und  Weltanschauung  mächtiger  angezogen.  Soweit
serbische  Einrichtungen  fremde  Elemente  in  sich  enthalten,  wird
deren  Ursprung  namentlich  in  entsprechenden  byzantinischen
Einrichtungen  zu  suchen  sein.  Wenn  es  auch  der  Handelsverkehr ­
  Serbiens  mit  den  später  unter  venetianischer  Hoheit
stehenden  Küstenstädten  mit  sich  brachte,  dass  in  Bezug  auf
wirtschaftliche  Institutionen,  namentlich  hinsichtlich  des  serbischen ­
  Geldwesens  der  griechische  Einfluss  von  demjenigen
Venedigs  übertroffen  wurde,  so  bleiben  immerhin  im  serbischen
Münzwesen  Erscheinungen  übrig,  welche  erst  im  Geldsystem
des  griechischen  Kaiserreichs  ihre  Erklärung  finden.
Der  serbische  Handelsverkehr  bewegte  sich  aus  dem
Innern  des  Landes  zur  Küste.  Ausgeführt  wurde  namentlich
Vieh,  Eelle,  Honig,  Wachs,  Holz  und  Silber,  während  Salz
und  Tuch  die  wichstigsten  Importartikel  bildeten.  Der  Salzhandel ­
  war  durch  Verträge  an  vier  Küstenpunkte  gebunden,
über  deren  Beobachtung  die  Ragusaner,  die  aus  dem  Salzhandel ­
  ihren  Hauptgewinn  zogen,  eifersüchtig  wachten  und
jeden  Versuch  der  Serben,  Salzniederlagen  zu  errichten,  zu
vereiteln  wussten. 1 )  Der  Handel  in  den  serbischen  Ländern
war  fast  ausschliesslich  in  den  Händen  der  Ragusaner;  neben
ihnen  betrieben  den  Handel  noch  andere  Städter  der  dalmatinischen ­
  Küste,  Venetianer  und  auch  einheimische  Kaufleute,
von  denen  bekannt  ist,  dass  sie  sich  oft  in  Ragusa  niederliessen,
  oder  sich  mindestens  das  Bürgerrecht  der  Republik
erwarben,  um  an  den  Privilegien  der  Ragusaner  teilnehmen  zu
können.  Die  serbischen  Könige  haben  mit  Ragusa  zahlreiche
Handelsverträge  abgeschlossen,  in  denen  die  Rechte  und