pfund  Venedigs  wird  weiter  nachgewiesen,  dass  es  288  Gramm
schwer  gewesen  ist;  von  diesem  ist  aber  bekannt,  dass  es
folgeudermassen  eingeteilt  war:  1  Pfund  =8  Unzen  =  32  Quarti
—  192  Denari  =  1152  Caratti  =  4608  Grani.  Dass  jenes  serbische ­
  Handelspfund  mit  seiner  groben  Einteilung  von  12  Unzen
und  288  Axageu  für  Prägungszwecke  unbrauchbar  war  und
auch  als  Münzpfund  nicht  gebraucht  wurde,  ist  ganz  wahrscheinlich; ­
  es  scheint  nur  als  Handelspfund  im  gewöhnlichen
Verkehr  verwendet  worden  zu  sein,  während  für  Prägungszwecke ­
  jedenfalls  das  eben  erwähnte  Münzpfund  Venedigs  gebraucht ­
  wurde. 1 )  Wenn  auch  letztere  Behauptung  mit  keiner
geschriebenen  Stelle  zu  bekräftigen  ist,  hat  sie  doch  ihre  Berechtigung, ­
  wenn  man  bedenkt,  dass  fast  der  gesamte  serbische
Handelsverkehr  nach  den  unter  venetianischer  Oberhoheit
stehenden  Küstenstädten  Dalmatiens  gerichtet  war.  Die  bedeutendste ­
  dieser  Städte,  die  Republik  Ragusa,  die  mit  Serbien
in  engsten  Handelsverbindungen  gestanden  hat,  fing  mit  eigener
Münzprägung  erst  um  das  Jahr  1326  an *  2  3 );  bis  zu  dieser  Zeit
befriedigte  sie  ihren  Geldbedarf  mit  den  schon  allgemein  verbreiteten ­
  venetianischen  Groschen,  welche  auf  diese  Weise
nach  Serbien  gelangten.  Als  dann  die  serbischen  Könige  ihre
eigenen  Münzen  zu  schlagen  angefangen  haben,  suchten  sie
diese  mit  den  im  Handel  schon  gebrauchten  Groschen  von
Venedig  übereinstimmend  zu  prägen.  Die  ältesten  serbischen
Dinare  weisen  auch  ihrer  Form  und  ihrem  Gewichte  nach
eine  grosse  Ähnlichkeit  mit  den  venetianischen  Silbermünzen
auf,  so  dass  die  Meinung  gestattet  ist,,  dass  beide  nach  demselben ­
  Münzfusse  geprägt  worden  sind  und  sonach  das  Münzpfund ­
  Venedigs  auch  in  Serbien  im  Gebrauch  war. 3 )
Es  wurde  bereits  bemerkt,  dass  zu  Anfang  des  XIII.  Jahrhunderts ­
  aus  einem  Pfund  12  Perper,  also  144  Dinarstücke
geprägt  wurden,  während  in  der  Folgezeit  sich  die  Zahl  der
Perper,  welche  aus  einem  Pfund  geprägt  wurde,  stets  ver-')
  Mijatovie,  Financije,  Glasnik  XXXVII.  S.  210.
2 )  Ljubie,  Rad.  jugoslav.  Akademije  XV.
3 )  Mijatovie,  Financije,  Glasnik  XXXVII,  213—225.