der  lateinischen  Sprache  auf  den  serbischen  Münzen  spricht
von  dem  Einflüsse  und  der  Abhängigkeit,  in  welcher  das
wirtschaftliche  Serbien  gegenüber  den  Küstenstädten,  welche
grösstenteils  italienischen  Charakters  waren,  gestanden  hat.
So  liest  man  auf  den  Münzen  des  Königs  Stephan  Uros  I.:
Stephan  Vrosius-Bex,  auf  jenen  seines  Nachfolgers  Stephan
Dragutin:  Stephan  Kex,  sowie:  Moneta  regis  Stephani.  Die
Münzen  während  der  Kaiserzeit  weisen  abwechselnd  serbische
und  lateinische  Aufschriften  auf,  so:  Stephanus-Imperator,
Monita  Stephani  imperatoris,  oder  serbisch:  Stephan  der  in
Gott  Christo  glaubenstreue  Kaiser.  In  der  Folgezeit  kommen
serbische  Aufschriften  häufiger  vor,  zu  gleicher  Zeit  aber
auch  lateinische,  beziehungsweise  italienische.  Auf  den  Münzen
des  Märtyrers  vom  Amselfelde  steht  in  serbischer  Sprache
geschrieben:  Knez  Lazar  oder  italienisch:  Conte  Lazaro,  auf
denjenigen  seines  Sohnes  Stephan:  Despot  Stephan,  auf  jenen
des  Georg  Brankovic  ebenfalls  serbisch:  Despot  Gjurgje  etc. 1 )
Die  ersten  serbischen  Münzen  stammen  also  aus  der  Zeit
des  Königs  Vladislav.  Unter  seinen  zwei  Vorgängern,  dem
Begründer  des  Serbenreiches  Stephan  Nemanja  und  dessen
Nachfolger  Stephan  dem  Erstgekrönten,  werden  sämtliche  vom
Staate  festgesetzten  Zahlungen,  Strafen  etc.,  noch  in  Erzeugnissen ­
  gefordert.  Auch  in  der  Folgezeit,  als  Serbien  seine
eigenen  Münzen  hatte,  lassen  sich  Spuren  des  alten  Tauschhandels ­
  noch  lange  verfolgen.  ,.In  der  Stiftungsurkunde  des
serbischen  Klosters  Zica  (1222—1228)  und  in  dem  Handelsverträge ­
  des  bosnischen  Bans  Stephan  mit  den  Kagusanern
1332  erscheinen  Ochsen  als  Zahlungsmittel,  und  um  1280
sehen  wir,  wie  ein  Eagusaner  seinem  Mitbürger  ein  Pferd  um
16  Ellen  Stoff  abkauft  und  wie  ein  ragusanischer  Kürschner
in  den  wlachischen  Katuns  (Dörfern  von  Sennhütten)  seine
Arbeit  mit  grossen  Quantitäten  Käse  sich  zahlen  lässt.“ 2 )
Im  allgemeinen  kann  man  behaupten,  dass  die  Münzen  hauptsächlich ­
  zur  Erleichterung  des  Handelsverkehrs  mit  den  Küsten-J

 )  Ljubi6,  Opis,  S.  XVII.
-)  Jireeek.  Die  Handelsstrassen  und  Bergwerke.  8.  GO.