Während  der  österreichischen  Okkupation  (1717—1739)
verschwand  die  türkische  Münze  ans  dem  von  den  Österreichern ­
  besetzten  Belgrader  Paschalik  und  wurde  durch  österreichisches ­
  Geld  ersetzt. 3 )  Unterdessen  wurde  im  türkischen
Reiche  der  Asper  durch  eine  neue  Münze  ersetzt,  durch  den
Piaster,  welcher  nach  der  Okkupation  auch  in  das  Belgrader
Paschalik  eindringt  und  nach  welchem  seitdem  allgemein  gerechnet ­
  wird.  Daneben  erlangen  aber  auch  fremde  Münzen,
grösstenteils  österreichische,  das  Bürgerrecht  in  serbischen
Gebieten.  Das  Belgrader  Paschalik  lag  an  der  Grenze  des
türkischen  Reiches  und  des  an  Kultur  und  Zivilisation  überlegeneren ­
  Österreichs,  dessen  Münzen  gegenüber  den  schlechter
geprägten  türkischen  natürlicherweise  von  den  Serben  bevorzugt ­
  worden  sind.  Die  Macht  der  Türken  war  bereits  im
Sinken  begriffen,  was  zunächst  in  den  Grenzgebieten  zum  Ausdruck ­
  kommen  musste;  als  die  Serben  anfangs  des  XIX.  Jahrhunderts ­
  ihren  Befreiungskrieg  begannen  und  von  den  Türken
manche  Privilegien,  namentlich  in  administrativen  Angelegenheiten ­
  erhielten,  wurde  die  türkische  Münze  immer  mehr  verdrängt ­
  und  diejenige  fremden  Gepräges  begünstigt.  Es  bildeten
sich  also  in  den  Gebieten  der  Serben  wieder  ähnliche  Geldverhältuisse,
  wie  in  der  ersten  Periode  ihrer  Geschichte,  welche
der  Gründung  des  mittelalterlichen  Serbien  vorangegangen
war,  als  die  unter  byzantinischer  Herrschaft  stehenden  Serben
sich  ebenfalls  fremder  Münzen  bedient  haben.  Damals  sind
dies  namentlich  byzantinische  und  venetianische  Münzen  gewesen, ­
  im  XVIII.  und  XIX.  Jahrhundert  waren  es  Münzen,
welche  in  den  Kulturländern  des  Westens  geprägt  worden
sind  und  unter  die  Serben  'Eingang  gefunden  haben.  Es  ist
dies  einerseits  die  Folge  der  geschichtlichen  Entwickelung,
dass  der  kulturelle  und  wirtschaftliche  Schwerpunkt  der  Welt
aus  dem  Osten  und  den  Mittelmeerländern  nach  dem  Westen
übergegangen  ist,  zum.  Teil  aber  auch  die  Folge  der  politischgeographischen ­
  Verschiebung,  welche  Serbien  im  Laufe  derzeit ­
  erfahren  hat.  Es  wurde  hervorgehoben,  dass  der  Schwer) ­

  Petrovie,  Financije  i  ustanove.  S.  152.