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Der  Piaster  ist  ursprünglich  eine  spanisch-mexikanische
Münze,  welche  durch  den  Handel  mit  den  Spaniern  Eingang
in  die  Türkei  gefunden  hat,  daselbst  von  den  Türken  gebraucht ­
  und  auch  nachgeprägt  wurde. 1 )  Obwohl  diese  Münze  in
den  übrigen  Paschaliks  des  Reiches  schon  früher  im  Umlaufe
war,  erscheint  sie  in  dem  Belgrader  erst  vom  Jahre  1739  an,
als  nämlich  dieses  Gebiet  wieder  an  die  Türken  zurückgefallen ­
  war.  Seitdem  finden  alle  Wertberechnungen  in  dieser
Münze  statt,  im  alltäglichen  Verkehr,  sowie  bei  der  Festsetzuug
  der  Steuersätze.  Der  Haradsch  beträgt  jetzt  2  Piaster
20  Para,  später  3  Piaster  2  Para,  der  Pores  halbjährlich
100  Piaster  von  der  Familie.  Der  Piaster  war  in  40  Para
'eingeteilt  und  es  wurden  ebenfalls  Kupfermünzen  zu  20,  10
und  5  Para  geschlagen.  Es  ist  also  eine  neue  Münze,  welche
von  nun  an  anstatt  des  Aspers  allen  Rechnungen  und  Zahlungen
zu  Grunde  liegt.  Der  Asper  war  bis  zu  dieser  Zeit  zu  einer  ganz
kleinen  Münze  herabgesunken.  Wie  erwähnt,  gingen  zu  Ende
des  XVI.  Jahrhunderts  60  Asper  auf  einen  Golddukaten;
im  Jahre  1584  wollte  die  Pforte  Aspern  schlagen  lassen,  von
denen  120  auf  einen  Dukaten  gehen  würden.  Obwohl  diese  Absicht ­
  nicht  zur  Ausführung  gelangt  ist,  ging  doch  die  stete
Verschlechterung  in  der  Ausprägung  dieser  Münze  vor  sich.
Der  Wert  des  Aspers  sank  infolgedessen  mit  der  Zeit  so  sehr,
dass  3  Asper  auf  1  Para,  d.  h.  120  Asper  auf  1  Piaster  gerechnet ­
  wurden.
Wie  hoch  sich  aber  der  Wert  eines  Piasters  stellte,  ersieht ­
  man  aus  dem  Preise,  welchen  man  zu  dieser  Zeit
für  1  Dukaten  zu  zahlen  hatte.  Während  der  Okkupation
des  Belgrader  Paschaliks  durch  Österreich  hatten  sich  nämlich
die  von  diesem  Staate  geprägten  Dukaten  in  den  serbischen
Gebieten  besonders  beliebt  gemacht  und  zirkulierten  daselbst
namentlich  seit  dieser  Zeit  in  grosser  Menge.  Als  das  Belgrader ­
  Paschalik  im  Jahre  1739  wieder  unter  die  Herrschaft
der  Türken  kam,  pflegte  nun  die  türkische  Verwaltung  diese
Golddukaten  von  der  steuerpflichtigen  Rajah  ebenfalls  in  Empfang ­
  zu  nehmen;  da  sämtliche  Steuern  in  Piastern  festgesetzt

*)  Aubök,  Handlexikon.