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Als  am  12.  Oktober  1870  der  Geldtarif  vom  Jahre  1866  durch
eine  Verordnung  ergänzt  wurde,  worin  fremde  bisher  nicht
notiert  gewesene  Münzen  Kassenkurse  erhielten,  wurden  diese
noch  immer  in  Steuerpiastern  festgesetzt.  Die  serbische
Kupferprägung  wirkte  aber  in  einer  andern  Richtung.  Es
wurde  damit  mit  der  Emanzipation  des  Geldwesens  in  Serbien
der  Anfang  gemacht,  indem  in  kurzer  Zeit  die  fremden  Kupfermünzen ­
  ausser  Kurs  gesetzt  wurden  und  auf  diese  Weise
wenigstens  ein  Teil  des  Geldbedarfes,  der  Kleingeldbedarf,  mit
Münzen  nationalen  Gepräges  befriedigt  wurde.
Die  Verselbständigung  des  serbischen  Geldwesens  erfuhr
besondere  Förderung  noch  durch  das  Gesetz  vom  30.  November
1873,  betreffend  die  Prägung  von  serbischen  Silbermünzen.
Die  Münzeinheit  hatte  diesem  Gesetze  zufolge  von  nun  an
entsprechend  dem  französischen  Franken  der  Silberdinar  zu
bilden,  welcher  in  100  Para  eingeteilt  war.  Diese  neuen  Paras,
deren  100  auf  1  Dinar  gerechnet  wurden,  waren  ihrem  Werte
nach  identisch  mit  den  alten  Steuerparas,  deren  40  einen
Steuerpiaster  bildeten.  Eigentlich  machten  schon  9  alte
Steuerpara  10  neue  Para  aus,  man  rechnete  jedoch  2 1 /«  Steuerpiaster ­
  oder  5  Marktpiaster  gleich  einem  Dinar,  also  den  alten
Steuerpara  dem  neuen  Para  gleich. 1 )  Durch  das  obige  Gesetz
vom  Jahre  1873  wurde  nun  die  Regierung  ermächtigt,  6  Millionen ­
  Dinare  Silbermünzen  ausprägen  zu  lassen,  und  zwar
2  Millionen  Stück  in  halben  Dinaren,  d.  h.  in  Stücken  zu
50  Para,  3  Millionen  in  1-Dinarstücken  und  1  Million  in
2-Dinarstücken.  Sämtliche  diese  Münzen  wurden  wieder  nach  den
Prinzipien  der  lateinischen  Münzkonvention  vom  23.  Dezember
1865  geschlagen.  Die  Mischung  betrug  835  Teile  Silber  und
165  Teile  Kupfer  mit  einem  Remedium  von  3°/ 0 O  nach  oben
und  unten.  Was  das  Gewicht  anbelangt,  hatten  die  halben
Dinare  2 1 /&lt; s  Gramm,  die  ganzen  5  Gramm  und  die  2-Dinarstücke
  10  Gramm  zu  wiegen,  wobei  für  die  1-  und  2-Dinarstücke ­
  ein  Remedium  von  5°/ 0 O,  für  die  1 / 2 -Dinarstücke  ein
solches  von  höchstens  7°/ 0 O  gestattet  war.  Der  Durchmesser

’)  Nelkenbrecher.  Handbuch  über  Münzen:  —  Serbien.  —-