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Der  Preis  des  Silbers  auf  dem  Weltmärkte  stand  nämlich
über  dem  Werte,  welchen  dasselbe  durch  Ausmünzung  erhielt,
so  dass  die  Silbermünzen  von  der  Spekulation  in  grossen
Mengen  eingeschmolzen  wurden,  da  das  auf  diese  Weise  gewonnene ­
  Silber  auf  dem  Markte  mit  Gewinn  zu  verkaufen
war.  Dieser  bedeutende  Silberabfluss  drohte  nun  dem  Lande
die  Silbermünzen  zu  entziehen,  und  es  machte  sich  auch  in
der  Tat  namentlich  in  Bezug  auf  die  für  den  Kleinverkehr
nötigen  Scheidemünzen  bereits  ein  empfindlicher  Mangel  bemerkbar. ­
  Dies  führte  zur  Münzkonvention  vom  Jahre  1865,
auf  welcher  beschlossen  wurde,  die  2-,  1-  und  ^„-Prankstücke
unterwertig  zu  prägen,  um  dadurch  deren  Einschmelzuug  zü
verhindern  und  dem  Verkehr  die  notwendigen  Scheidemünzen
zu  sichern. 1 )  Bloss  die  5-Frankstücke  sollten  noch  weiter  als
Kurantmünzen  geprägt  und  dadurch  das  Prinzip  der  Doppelwährung ­
  aufrecht  erhalten  werden.  Im  Anfänge  der  70er
Jahre  trat  aber  wiederholt,  diesmal  zum  Nachteile  des  Silbers,
ein  Umschwung  im  Wertverhältnisse  der  beiden  Metalle  ein.
Derselbe  wurde  einerseits  abermals  durch  Zunahme  der  Produktion, ­
  andrerseits  aber  durch  münzpolitische  Massregeln
verschiedener  Staaten  hervorgerufen,  indem  namentlich  mit
dem  Deutschen  Reiche,  welches  im  Jahre  1871  die  Goldwährung ­
  einführte,  dem  Silber  ein  grosses  Absatzgebiet  verloren ­
  ging.  Der  infolgedessen  zum  Sinken  gebrachte  Silberpreis ­
  veranlasste  im  Jahre  1874  die  zur  lateinischen  Münzunion
gehörigen  Staaten,  in  denen  die  silbernen  Kurantmünzen  bereits ­
  in  grosser  Menge  in  Umlauf  waren,  die  Silberprägungen
zu  beschränken  und  im  Jahre  1878  dieselben  gänzlich  einzustellen, ­
  um  auf  diese  Weise  der  Entblössung  des  Landes
von  Goldmünzen,  welche  durch  das  minderwertige  Silbergeld
verdrängt  worden  wären,  vorzubeugen.  Der  Preis  des  Silbers
bewahrte  auch  in  der  Folgezeit  diese  nach  abwärts  gehende
Richtung,  sank  aber  besonders  stark  seit  der  Schliessung  der
indischen  Münzstätten  und  der  Einstellung  der  amerikanischen
Silberkäufe  im  Jahre  1893.

b  Theodor  Hertzka,  Währung  und  Handel.  Wien  1871.  S.  238.