13 in wenigen Händen konzentrirt. Die nothwendige Folge hiervon war die politische Zentralisation. Unabhängige, fast nur oerbiiiidete Provinzen mit verschiedenen Interessen, Gesetzen, Regierungen und Zöllen wurde» zusammengedrängt in Eine Nation, Eine Regierung, Ein Gesetz, Ein S nales Klasseninteresse, Eine Douanenliuie. e Bourgeoisie hat in ihrer kaum hundertjährigen Klassenherrschaft nhaftere und kolossalere Produktionskräfte geschaffen, als alle ver dien Generationen zusammen. Unterjochung der Naturkräfte, Ma- icyinerie, Anwendung der Chemie auf Industrie und Ackerbau, Dampf schifffahrt, Eisenbahnen, elektrische Telegraphen, Urbarmachung ganzer Welttheile, Schiffbarmachung der Flüsse, ganze aus dem Boden hervor- gestaiiipfteBevölkerungen—welches frühere Jahrhundert ahnte, daß solche j^Produktionskräfte im Schooße der gesellschaftlichen Arbeit schlummerten. Wir haben also gesehn: Die Produktions- und Verkehrsmittel, auf deren Grundlage sich die Bourgeoisie heranbildete, wurden in der feudalen Gesellschaft erzeugt. Auf einer gewissen Stufe der Entwicklung dieser Produktions- und Verkehrsmittel entsprachen die Verhältnisse, worin die feudale Gesellschaft produzirte und austauschte, die feudale Organisation der Agrikultur und Manufaktur, mit einem Wort die feudalen Eigeuthnmsverhältnisse den schon entwickelten Produktivkräften nicht mehr. Sie hemmten die Produktion, statt sie zu fördern. Sie verwandelten sich in eben so viele Fesseln. Sie mußten gesprengt werden, sie wurden gesprengt. Ali ihre Stelle trat die freie Konkurrenz mit der ihr angemessenen gesellschaftlichen und politischen Konstitution, mit der ökonomischen und politischen Herrschaft der Bourgeoisklasse. Unter unsern Augen geht eine ähnliche Bewegung vor. Die bürger- / lichen Produktions- und Verkehrsverhältnisse, die bürgerlichen Eigen thumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor. Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die Eigeuthumsverhöltllisse, welche die Lebcnsbedingnngeu der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind. Es genügt, die Handelskrisen zu neunen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Theil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre — die Epi demie der Ueberproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnoth, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zn viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. Die Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehn, dienen nicht mehr zur Beförderung der bürgerlichen Eigenthums verhältnisse ; im Gegentheil, sie find zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt; und sobald sie dies Hemnu