12 Wirtes fast ausschließlich. Die Speisen müssen fast ohne Nutzen, manches Mal unter dem Einkaufspreis hergegeben ' werden, sie sind die Zugmittel. Das alles erklärt die Preis unterschiede von Provinz zu Provinz. Nun ein Wort über die wirtschaftlicheLage von Gastwirt und Wirtsgewerbe. Auch das Gastwirtsgewerbe war einmal, gleich wie das der Brauerei ein lohnendes. Auch hier hat sich das geändert. Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Jeder, gleich viel aus welcher Lebensstellung er gekommen, ob er mit Glück oder Unglück gearbeitet, jeder fühlt sich immer noch berufen, es auch einmal im Gastwirtsgewerbe zu versuchen. Dabei führt ja natürlich auch dieser Wechsel manches Mal zum Guten. Oft geschieht dies jedoch sehr zu ungunsten des Gewerbes. Zu einem ordentlichen Gastwirt gehört ein sehr tüchtiger, fleißiger, sparsamer und mit seinem Geschäft vertrauter Mann. Dieser allgemeine Andrang zum Gastwirtsgewerbe führte nun — wie natürlich — auch hier zum Überbieten. Der uns zur Verfügung stehende Raum versagt es, näher auf diesen Gegenstand ein zugehen. Hier sei deshalb nur festgestellt, daß in ganz Deutschland das Gastwirtsgewerbe im allgemeinen ein weniger lohnendes geworden ist, und daß dieses Gewerbe vielfach sehr schwer um seine Existenz ringen muß. Es ist denn auch voll begründet, wenn in der Berliner Protestversammlung des norddeutschen Braugewerbes gegen die Brausteuererhöhung vom 10. De zember 1905 der erste Vorsitzende des Bundes deutscher Gast wirte, Herr Steher-Leipzig, verkündete: „Im Namen des von mir vertretenen Bundes deutscher Gastwirte mit 40 000 Mitgliedern erkläre ich mich mit dem Vorstand des Deutschen Brauerbundes vollkommen einverstanden. Wir gehen Hand in Hand mit Ihnen und erklären, daß wir die Brausteuer bzw. die Erhöhung derselben nicht tragen können, sondern daß wir sie auf die Konsumenten ab wälzen müssen, sei es in der Art, daß wir sie aufs Bier aufschlagen, sei es in der Art, daß wir sie auf die Speisen aufschlagen, jedenfalls müssen die Konsumenten sie tragen, wir können sie nicht tragen." Betrachten wir nun unsere hiesigen Verhältnisse bezüglich der Bierfrage etwas näher. Wir haben eS da — im all gemeinen — mit vier verschiedenen Verkaufspreisen für hiesige Lagerbiere zu tun. Es werden bei uns abgegeben: 1. S /to Liter zu 10 Pf. — 20 Mk. fürs Hektoliter 2. 7.o „ 12 „ = 24 3. 7t. 13 „ = 26 4. 7.0 » n 10 „ = 25 „