51 eigenartigen und außerordentlich günstigen Verhältnissen arbeitende Brauerei zum Felsenkeller, die sich in den herrlichen Brauerjahren derart entwickeln konnte, daß sie trotz enormer Betriebssteigerung niemals ihr Aktienkapital zu erhöhen brauchte. Diese Brauerei hat im Vorjahre 316 294 hl Bier ansgestoßen und 264 782 Mk. Brausteuer bezahlt, in Zukunft würde sie 827 443 Mk., also 562 661 Mk. mehr, entrichten müssen. So viel mir bekannt, hat Felsenkeller im Vorjahre 480 000 Mk. an Dividenden- und Genußscheine ausgeschüttet. Mit Vortrag usw. kann man 850 000 Mk. Reingewinn an nehmen. Trotz dieser vielleicht ganz einzig dastehenden Ver hältnisse würde auch die Brauerei zum Felsenkeller in Zukunft nur noch 3,5 pCt. Dividende zu geben imstande sein. Ferner: Es gibt im Brausteuergebiet 347 Aktienbrauereien; davon haben 67 überhaupt keine Dividende gezahlt, 25 1 bis 3 pCt., 176 3 bis 8 pCt., 71 8 bis 15 pCt. und 11 Brauereien zahlten über 15 pCt. Obige Beispiele stellten die Zukunft der am besten situierten Betriebe mit über 8 pCt. dar. Dian wird sich sagen müssen, daß in Zukunft alle Brauereien, die seither unter 6 pCt. Dividende verteilten, völlig ertraglos und von den Großbetrieben aufgesaugt werden, und dies dürfte auch mit zahlreichen Privatbrauereien der Fall sein. Obige 347 Aktienbrauereien zahlten 29 192 455 Mk. Dividende, nach der Vorlage würden sie 31 662 500 Mk. Brausteuer mehr zahlen müssen als jetzt, also nicht nur die ganze Dividende würde absorbiert, sondern die Brausteuer überstiege die Dividende sogar noch um 2 470 000 Mk. Der Kapitalwert des deutschen Braugewerbes beträgt mehr als 3 Milliarden, seine Produkte repräsentieren einen Wert von über 910 Millionen, es zahlt jährlich über 120Mill. Mark Löhne und hat eine immense Bedeutung für Handel und Landwirtschaft; der letzteren allein werden jährlich 400 Milt. Mark zugewendet. Eine einzige Brauerei (aller dings die größte), Schultheiß, hat 866 Pferde, 103 eigene Eisentransportwagen, eigenen Doppelschraubendampfer usw. Welche soziale Gesinnung gerade den deutschen Brauer als Arbeitgeber auszeichnet, beweist der Segen, der z. B- aus diesem großen Geschäft für dessen Angestellte entspringt. Nicht weniger als 925 000 Mk. sind als Wohlfahrtsfonds für Arbeit nehmer und Beamte angelegt worden, und wohl 200 000 Mk. sind dem Fonds allein im letzten Jahre zugeflossen. Die Ge schäftssparkasse von Schultheiß erhielt 1904/06 von 1433 Arbeit nehmern (d. h. 75 pCt. der Gesamtzahl) an 2 247 387 Mk., von 144 Beamten 288 785 Mk. Einzahlungen. ' Es muß jedem einleuchten, daß solche große Industrie nicht nur das Recht, sondern die Pflicht hat, sich selbst zu erhalten, nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch insbesondere im 4*