6 schwer festzusetzen, und solange diese sogenannte rationelle Weinverbesserung überhaupt notwendig ist und gestattet werden muß, wird selbst durch schärfste Kontrollen eine über das Maß des Notwendigen hinausgehende Vermehrung nicht ganz ausgeschlossen werden können. Welche Quantitäten Wein für die Zuckerung in Frage kommen, ist noch niemals festgestellt worden, weder die amtliche Statistik, noch irgend welche privaten Feststellungen sind gemacht worden, um vielleicht auf Grund derselben für diesen Teil der Naturweinproduktion eine andere Ver wendungsart zu suchen. Zurzeit ist es weder bekannt, welche Quantitäten Wein die Zuckerung unbedingt nötig haben, weil sie tatsächlich ohne dieselbe nicht trinkfähig sind, noch welche Quantitäten gezuckert werden, weil man glaubt, durch die Zuckerung den sonst auch wohl trink fähigen Wein zu verbessern oder zu verbilligen. Wenn es gelingen würde, für die im Naturzustände nicht trinkfähigen Weine ganz oder wenigstens zum großen Teil eine andere Verwendung zu finden, so würde selbst bei verhältnismäßig niedriger Verwertung dieses Teiles der Produktion dem Weinbau im ganzen ein großer Vorteil dadurch erwachsen, daß die konsumfähigen Weine viel be gehrter und besser bezahlt würden. Sicher würden alsdann von den Produzenten die reifen Trauben, die trinkfähige Naturweine ergeben, von den sauren Trauben getrennt gelesen werden und nicht, wie dies jetzt in den weitaus meisten Fällen geschieht, ohne Auswahl reife und weniger reife Trauben zusammen in den selben Kübel geworfen und zusammen gekeltert werden. Der Mehrerlös für den Naturwein würde den Mindererlös für den sauren Wein reichlich ausgleichen. Bei der sehr großen Bedeutung der Zuckerungsfrage für die Zukunft des deutschen Weinbaues scheint es mir