16 altem, lange gelagertem Cognac zu befriedigen. Um der Anforderung des Publikums nach durch Alter mild und aromatisch gewordenem Cognac zu genügen, ging man dazu über, den milden Geschmack durch Zuckerzusatz zu er zeugen und die Stoffe, die der Cognac mit der Zeit aus dem Eichenholz auslaugt, durch künstlichen Zusatz von Eichenholzextrakt und Extrakte anderer Pflanzenstoffe zu ersetzen. Dieses billige Surrogat des kostspieligen Lagerns brachte eine für die Qualität des Cognacs nicht vorteilhafte Wendung. Weniger kapitalkräftige Leute nahmen sich dieses Geschäftszweiges an, vermehrten und verschärften die Konkurrenz. Unter diesen fanden sich auch solche, die, darauf fußend, daß das Alter des Cognacs für den Käufer nicht anders erkennbar ist, als durch Farbe, Geschmack und Aroma, daß aber Auge, Nase, Zunge leicht zu täuschen sind, die natürlichen Eigenschaften dem Cognac nunmehr nur noch künstlich gaben, um durch billigere Preise der Konkurrenz be gegnen zu können. Infolge herabgedrückter Preise wurde immer allgemeiner zu diesen künstlichen Mitteln gegriffen und Cognac unter Etiketten verkauft, die bezüglich der Altersangaben der Wahrheit in den seltensten Fällen ent sprachen. Trotzdem kaufte das Publikum im Vertrauen auf den Originalbezug diesen Cognac als das, was auf dem Etikett angegeben war, und der Umsatz nahm immer größere Dimensionen an. Die vergrößerte Konkurrenz drückte die Preise, und man blieb nicht mehr dabei stehen, junges Weindestillat anderer Flerkunft als alten Cognac aus Charenteweindestillaten zu verkaufen, sondern ersetzte auch das Weindestillat zum großen Teil durch gut rektifizierten Kartoffelspiritus, der seinerzeit in großen Mengen von Deutschland bezogen wurde. Später ist dieser deutsche Kartoffelspiritus durchden inFrankreich in großenMassen her gestellten Rübenspiritus ersetzt worden. Ein solcher Ersatz