23 denselben Cognac für reines Weindestillat erklärt, den er am nächsten Tage als gemischt mit Industriespiritus be zeichnet. Eine oft erst nach Tagen zum Vorschein kom mende Erkältung macht den Prüfenden zur Beurteilung eines Cognacs vollständig unfähig. Trotz dieser äußerlich so wenig zum Ausdruck kom menden Eigenschaften ist der Wertunterschied eines alten reinen Weindestillats, das ein volles und feines Bouquet entwickelt hat, gegenüber einem jungen Branntwein aus anderem Rohmaterial, dem diese Eigenschaften künstlich durch Zusätze beigebracht wurden, sehr bedeutend. Ohne den wissenschaftlichen Nachweis schon heute führen zu können, wird infolge der Erfahrung in der ärztlichen Praxis guter alter Cognac anderem Alkohol gegenüber bevorzugt und verordnet. Daß in dem Weindestillat Stoffe von anderer Art und anderem Wert wie in den übrigen Alkoholen sich befinden, deren physiologische Wirkungen uns zur Zeit noch unbekannt sind, beweist die grundverschiedene Entwicklung beim Lagern unter dem Einfluß des Sauerstoffes der Luft sowie die angenehmere Wirkung beim Genuß. Wir können diese Verschiedenheit mit unserem Geruch und Geschmack deutlich wahrnehmen. Der schon in der Traube gebildete Zuckergehalt, gegenüber dem Stärkemehl in anderen Früchten, aus denen Alkohol gewonnen wird, mag hierbei auch wohl von Einfluß sein. Aber auch für den Handel und in der Verarbeitung ist ein Cognac, der aus einer Mischung von Weindestillat und Industriealkohol besteht, schon deshalb minderwertig, weil die Weiterentwicklung der aromatischen Stoffe und damit die Werterhöhung durch Lagerung nicht in dem Maße eintritt, wie wenn Cognac aus reinem Weindestillat gelagert würde. Der Teil des Cognacs, der aus Industrie