27 Obwohl nun ein gewisser Gehalt an Hefe im Wein für die Entwicklung des Destillats notwendig ist, so ist doch ein zu großer Gehalt schädlich, denn dieser gibt dem Destillat einen zu starken Geschmack und Geruch nach Önantäther, der unangenehm wirkt und die anderen feinen Bouquetstoffe zu sehr verdeckt. Weine mit hohem Alkoholgehalt bilden während der Gärung mehr Hefe wie niedrig alkoholhaltige und dies ist mit einer der Gründe, weshalb Weine mit kleinerem Alkoholgehalt feinere Branntweine liefern. Mit dem Beenden der Gärung im Wein nimmt die Entwicklung der Bouquetstoffe ihren Anfang und alle Stoffe, die im Wein zur Entwicklung gekommen sind, kommen für das Destillat nicht mehr in Betracht und sind für dieses ver loren. Wollte man einen gut ausgebauten alten Wein zur Destillation verwenden, so würde man zwar einen sehr rein schmeckenden Alkohol erhalten, derselbe würde aber selbst nach vieljährigem Lager nicht die Bouquetstoffe entwickeln wie das Destillat aus dem gleichen Wein bevor er als solcher ausgebaut war. Ebenso ist ein durch Krankheit an gegriffener oder stichiger Wein nicht mehr geeignet einen bouquetreichen Weinbranntwein zu ergeben, denn auch in dem stichigen Wein sind die Bouquet ergebenden Stoffe bereits zerstört oder verbraucht und können in dem Destillat nicht mehr zur Geltung kommen. Die Art des Bouquets im Weinbranntwein wird von der Reintönigkeit des Weines beeinflußt. Zum Beispiel, Weine mit sogenannntem Erdgeschmack sind weniger zur Brannt weinherstellung geeignet, denn man findet schon nach 1 bis 2 jährigem Lager diesen Erdgeschmack (goüt terroir) im Destillat wieder vor. Diese Erscheinung zeigt sich besonders vielfach bei den Weinen der Charente inferieur und den Weinen der Ile de Re und Ile d’Oleron wie auch bei ita lienischen Weinen, vielleicht weil deren Trauben niedrig