29 liches Rohmaterial für die Brennerei. Es ist eine alte Er fahrung in den Charentes, daß in schlechten Weinjahren, d. h. in solchen, in denen die Trauben sauer bleiben und die Weine wenig Alkohol besitzen, die besten Weinbrannt weine gewonnen werden. Die hier in Frage kommenden kleinen deutschen Weine haben die für die Herstellung eines Edelbranntweins notwendigen Eigenschaften und darin die größte Ähnlich keit mit den Charente-Weinen. Sie haben einen Alkohol gehalt von 6—8% und einen Säuregehalt von 12—18% 0 , reihen also in die Art der stark Oxydationsprodukte bilden den Weine, ganz ebenso wie die Weine der beiden Charentes, die 7—9% Alkohol neben 15—2O% 0 Säure ent halten. Auch in den Mineralstoff- und Extraktzahlen sind sie einander sehr ähnlich. Während andere Länder, die sich ebenfalls mit der Cognacproduktion befassen, wie Italien, Spanien, Griechenland, Californien, Australien usw. Weine produzieren, die zwar hohe Mineral- und Extrakt zahlen, aber auch sehr hohen Alkoholgehalt neben verhält nismäßig geringem Säuregehalt aufweisen. Aus den Weinen dieser Länder kann infolgedessen auch kein aromatischer qualitätsreicher Branntwein erzeugt werden. Während der Destillation der Weine wird durch Er hitzung die Wirkung der Säure auf den Alkohol und die Mineral- und Extraktstoffe noch erhöht und dadurch die Bildung der Oxydationsprodukte befördert. In dem Destillat macht sich der Einfluß des Sauerstoffs der Luft aber nicht in gleichem Maße geltend wie im Wein, denn während der niedrige Alkoholgehalt und dessen Oxydationsprodukte im Wein leicht zur Essigbildung neigen, bewirkt der gleiche Einfluß in dem Destillat, in Gegenwart des hohen Alkohol gehalts, die Bildung aromatischer Stoffe. Das frisch hergestellte Weindestillat ist wasserhell, hat