32 gehalts, wodurch das Destillat alkoholarmer wird, wie eia Teil des Quantums, wodurch sich das Volumen verringert, verloren. Dieser Verlust (Schwund), der je nach der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft, des Raumes, in welchem die Lagerung stattfindet, verschieden ist, verteuert den Branntwein sehr bedeutend. Hierzu muß man noch die Lagerungskosten selbst und den Zins für Kapitalaufwand usw. rechnen. Es ergibt sich infolgedessen, daß nach zehnjährigem Lagern der Ge- stehungspreis eines Weindestillats mehr wie doppelt so hoch ist, wie derjenige, den dasselbe bei der Einlagerung hatte. Infolgedessen ist für die Beurteilung des Wertes eines Branntwein das Alter oft von größerer Bedeutung wie die Differenz im Wert des Rohmaterials. Die vorstehend angeführten Versuche mit deutschem Weindestillat aus Naturweinen, in größerem Maßstab ausge führt, haben meine Behauptungen bestätigt. Jeder Wein hat durch die Bodenbeschaffenheit und das Klima, in dem er gewachsen, seine Eigenart und wird bei gleichmäßig sachgemäßer Behandlung und Lagerung sich demgemäß verschieden entwickeln, sodaß das Bouquet ein anderes wird, selbst wenn dieselbe Traubengattung in ver schiedenen Gegenden angebaut worden. Eine solche Eigen art im Bouquet können wir sowohl in den Weißweinen Frank reichs wie Deutschlands konstatieren. Niemand wird aber zu behaupten wagen, daß die Weißweine Frankreichs besser seien wie diejenigen des Rheingaues. Trotz des verschieden artigen Bouquets gibt es für beide Liebhaber. Eine gleiche Eigenart ist auch zwischen den Weindestillaten zu kon statieren. Das Aroma des Weindestillats aus deutschen Weinen ist, wenn auch anders geartet, so doch nicht minder voll und fein wie dasjenige aus den Charenteweinen.