76 zitätsindustrie hin. Nur die englische Kabelfabrikation ist mustergültig, ln England wären alle materiellen Bedingungen für die Entwicklung einer Elektrizitäts industrie vorhanden: Arbeitskräfte, Rohmaterialien und Kapital. Die Schwierigkeit liegt hier indessen im Konservativismus des Engländers, der sich mit der Ein führung moderner Arbeitsmaschinen nicht befreunden kann. Die nordamerikaniscfie elektrotechnische Industrie hat einen glänzenden Entwicklungsgang durchlaufen. Amerikas Fabrikate sind heute in allen Kulturstaaten gut eingeführt; insbesondere sind es seine sogenannten „Standards“, mit denen es den ganzen Weltmarkt über schwemmt.*) Der amerikanische Ingenieur machte sich stets nach dem Prinzip „handeln ist besser als forschen“ das neueste, was er auf deutschen und anderen Aus stellungen sah, zu Nutze. Das Forschen wurde von den Amerikanern stets gern in den Hintergrund gestellt. Mit dem raschen Handeln sind sie auf dem Gebiete der Elektrotechnik zu grossen Errungenschaften gelangt. Einen Massstab für die Grösse der Leistungsfähigkeit Nordamerikas auf dem Gebiete der Elektrotechnik konnte allerdings die amerikanische Abteilung auf der Welt ausstellung in Paris von 1900 nicht geben. Die Schweiz war auf der Pariser Weltausstellung mit ähnlichen Fabrikaten vertreten wie Deutschland. Die Konstruktionen waren Schweizer Originale, nicht Erstlingswerke, sondern vielfach mit Erfolg eingeführte Maschinentypen. Die Fabrikate sind im allgemeinen denen deutschen Ursprungs an Güte ebenbürtig. Hin *) Vgl. die Ausführungen von Vanderlipp: Amerikas Eindringen in das europäische Wirtschaftsgebiet. Berlin 1903.