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z.  B.  Effekten  bei  einer  Bank  nnd  will  sich  darauf  einen
Kontokorrentkredit  einräumen  lassen,  so  wird  ihm  der  Betrag
daraus  auf  Depositenkonto  gutgeschrieben.  Entnimmt  er  davon
Summen,  so  wird  er  auf  der  anderen  Seite  belastet.  Ausserdem ­
  kommt  es  sehr  oft  vor,  dass  die  gleichen  Depositen  in
verschiedenen  Bankberichten  erscheinen,  indem  eben  eine  Bank
die  ihr  übergebenen  Depositen  wieder  bei  einer  anderen  Bank
deponiert.  Sind  dies  vielleicht  die  Hauptgründe,  weshalb  die
englischen  Depositen  so  fabelhaft  hoch  erscheinen,  so  kann
doch  nicht  geleugnet  werden,  dass  der  Reichtum  in  England
viel  grösser  und  die  Sitte  bei  der  Bank  ein  Konto  zu  halten
viel  verbreiteter  ist  als  bei  uns.  Und  gerade  auf  dieser  Einrichtung ­
  beruht  die  hervorragende  Bedeutung  des  englischen
Bankwesens  im  Vergleich  zum  deutschen.  Die  Banken  lernen
so  ganz  genau  die  Verhältnisse  des  Kunden  kennen  und  erzielen ­
  ausserdem  noch  einen  Gewinn,  meist  in  Form  der  Nutzung
von  einer  unverzinslichen  Mindestsumme,  die  der  Kunde  bei
ihnen  halten  muss,  welche  allerdings  je  nach  der  Bedeutung
der  Bank  höher  oder  niedriger  bemessen  wird.  So  war  es
bei  der  Bank  von  England  immer  Grundsatz,  dass  die  Führung
eines  Kontos  bloss  dann  lohnend  sei,  wenn  die  Zahl  der  in
einem  Jahre  gezogenen  Schecks  multipliziert^mit  6  d  dem  Zinsbeträge ­
  des  Mindestguthabens  gleich  sei.  Hält  z.  B.  der  Kunde
500  £,  so  findet  es  die  Bank  für  nötig,  100  £  als  unbeschäftigt
anzusehen;  die  übrigen  400  £  zu  3°/o  gerechnet,  geben  12  £
jährlich;  sind  nun  in  einem  Jahre  480  Schecks  dem  Konto  zu
belasten,  so  gilt  das  Guthaben  für  ausreichend,  da  480mal
6  d  =  12  £  ergeben 1 ).  Aber  auch  der  Kunde  der  Bank  geniesst
unschätzbare  Vorteile,  besonders  durch  die  grosse  Verbreitung

*)  Hankey,  The  Principles  of  Banking,  London  1867,  p.  98,  und
im  Anschluss  daran  Glauert  in  seiner  Arbeit:  „Depositenbildung  in
England  und  Deutschland“  in  Conrads  Jahrbüchern.  3.  Folge,  Bd.  VII
S.  803.  —  ü-  Hildebrand  sagt  darüber  in  seinem  Aufsatze:  „Das
Chequesystem  und  das  Clearinghouse  in  London“  (in  Hildebrands  Jahrbüchern ­
  Bd.  VIII  S.  10):  „Das  Guthaben  bei  einem  Bankier  fällt  nie
unter  ein  bestimmtes  Niveau.  So  beläuft  sich  in  der  City  von  London
kein  Konto  auf  weniger  als  100  Pfund,  mancher  Krösus  der  City  aber
hat  Hunderttausende  auf  Kontokorrent  beim  Bankier  stehen.“