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•der  Schecks.  Er  braucht  keinen,  auch  nicht  den  kleinsten  Betrag ­
  unproduktiv  in  seinem  Schranke  liegen  zu  lassen;  ausserdem ­
  bietet  die  Bank  grössere  Sicherheit  gegen  Diebstahl,
Feuersgefahr  u.  s.  w.  Der  Kunde  kann  also  mit  seinem  Gelde
alle  Transaktionen  vornehmen,  ohne  es  tatsächlich  in  seinen
Händen  zu  haben;  die  Bank  ist  seine  Kassenführerin.  „Ein
Depositenkonto  ist  kurz  gesagt  nichts  anderes  als  eine  Kassa,
in  welcher  man  seine  Barvorräte  statt  zuhause  in  der  Bank
aufbewahrt  hat,  nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  ausser  den
nebenerwähnten  Vorteilen  letztere  zugleich  die  Funktionen  des
Kassiers  und  Buchhalters  versieht“ 1 ).  Die  Ersparnis,  die  durch
den  zuletzt  erwähnten  Umstand  an  Zeit  und  Geld,  besonders
von  grösseren  Firmen  erzielt  wird,  ist  keineswegs  zu  unterschätzen. ­
  Für  die  ganze  Volkswirtschaft  besteht  der  Nutzen
darin,  dass  diese  Summen,  die  einen  sehr  ansehnlichen  Betrag
ausmachen,  statt  müssig  in  den  einzelnen  Kassen  zu  liegen,
wieder  für  wirtschaftliche  Zwecke  verwendet  werden  können.
Diesen  Nutzen  und  seine  Einwirkung  auf  die  englische  Volkswirtschaft ­
  schildert  Bagehot  treffend  mit  folgenden  Worten 2 ):
„Eine  Million  in  den  Händen  eines  einzigen  Bankiers  ist  eine
grosse  Macht;  er  kann  sie  sofort  beliebig  verleihen,  und  Leute,
die  Geld  brauchen,  können  ohne  weiteres  zu  ihm  gehen.  Aber
dieselbe  Summe  ist,  wenn  zehn-  bis  fünfzigfach  durch  eine  Nation
verstreut,  überhaupt  keine  Macht;  niemand  weiss,  wie  er  sie
finden  und  wen  er  darum  angehen  kann.  Konzentration  des  Geldes ­
  ist  die  Hauptursache,  aus  welcher  der  englische  Geldmarkt
so  beispiellos  reich  geworden  ist.“  Hauptsächlich  jedoch  beruht
die  eminente  wirtschaftliche  Bedeutung  der  Depositen  im  Kontokorrent ­
  darauf,  dass  dieselben  gewissermassen  als  Geldsurrogat
fungieren,  indem  durch  ihre  Uebertragung  in  den  Büchern
oder  Ueberweisung  metallische  Zahlungsmittel  ersetzt  werden.
Es  ist  klar,  dass  auf  solche  Weise  eine  beträchtliche  Menge
Edelmetalls  unnötig  wird,  dass  sich  die  Umsätze  unabhängig
*)  Allgemeine  Bemerkungen  der  bayr.  Hypotheken-  und  Wechselbank.
  S.  11.
2 )  Bagehot,  Lombardstreet.  Der  Weltmarkt  des  Geldes.  Deutsch
von  Beta.  Leipzig  1874.  S.  2  ff.  Vgl.  auch  die  Originalausgabe  vom
Jahre  1900.  S.  5  ff.