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verkehr  verhindert  ferner  Störungen  in  der  Geldzirkulation,
welche  an  Tagen  grosser  Fälligkeiten  bei  effektiven  Zahlungen
eintreten  müssten,  indem  er  den  Bedarf  an  metallischen  Zahlungsmitteln ­
  mindert.  Er  veranlasst  überdies  den  Kaufmann,
mit  entsprechenden  Barguthaben  zu  arbeiten  und  befreit  ihn
von  den  Kosten  und  Gefahren  des  oftmaligen  Geldtransportes
und  des  damit  verbundenen  Zinsverlustes.  „Die  Möglichkeit,
den  beliebigen  Teil  eines  Guthabens  von  einem  Tage  zum
anderen,  ohne  jede  Gefahr  und  kostenfrei  dem  Guthaben  eines
Geschäftsfreundes  an  einem  beliebigen  anderen  deutschen
Bankplatz  zuschreiben  zu  können,  darf  als  das  denkbar  vollkommenste ­
  Zahlungsmittel  bezeichnet  werden“ 1 ).  Ist  nun  mit
der  Bank,  wie  dies  ja  bei  der  Reichsbank  der  Fall  ist,  die
Notenausgabe  verbunden,  so  kann  sie  das  im  Wege  des  Giroverkehrs ­
  zufliessende  Bargeld  nach  geltendem  Rechte  auch
zur  Notendeckung  anrechnen.  Man  verteidigt  dies  mit  dem
Hinweise,  dass  sich  Notenreserven  und  Giroguthaben  nach
entgegengesetzten  Richtungen  bewegen  und  deshalb  der  laufenden ­
  Rechnung *  2 )  auf  Girokonto  keinerlei  gesetzliche  Schranken
auferlegt  sind.  Während  der  Umsatz  auf  Girokonto  im  ersten
Jahre  des  Bestehens  der  Reichsbank  im  Jahre  1876
16711000000  Mk.  betrug,  belief  er  sich  im  Jahre  1902  auf
170  811402  400  Mk,  das  ist  über  lOmal  so  viel  als  im  Jahre
1876.  Aus  diesen  Zahlen  ersehen  wir,  welch 1  gewaltige  Zunahme ­
  der  Giroverkehr  bei  der  genannten  Anstalt  erlangt
hat 3 ).  Seine  Bedeutung  für  dieses  Institut  können  wir  wohl
am  besten  ermessen,  wenn  wir  die  Giroumsätze  mit  den  Gesamtumsätzen ­
  vergleichen:

')  Schinkel  a.  a.  O.  S.  10.
2 )  Die  englische  Bezeichnung  für  Giroverkehr  lautet  auch  current
account.
5 )  Lange  Zeit  war  der  Giroverkehr  der  Reichshank  in  der  Hauptsache ­
  auf  die  Geschäftswelt  beschränkt.  Nur  langsam  befreundeten  sich
die  Behörden  mit  ihm.  Eine  Ausnahme  jedoch  machte  die  Reichspostverwaltung, ­
  welche  .von  der  Giroeinrichtung  der  Bank  schon  seit  1879
in  ausgedehntem  Masse  Gebrauch  machte.  Eine  erfreuliche  Wendung  indes ­
  trat  seit  1896  ein  durch  den  Anschluss  ganzer  Gruppen  staatlicher
Rassen  des  Reichs,  Preussens  und  Badens  an  den  allgemeinen  Giroverkehr
der  Bank.