32 Taurien, 95,5 im Gouvernement Cherson, 90,1 im Gouvernement Ekateri- noslaw. Als Pächter treten in den neurussischen Gouvernements Gemeinden, Genossenschaften und einzelne Bauernwirte auf. Es versteht sich von selbst, dass die Gemeinde bei der Pacht keine Unternehmungszwecke verfolgt. Das durch die Gemeinde in Pacht übernommene Land dient für die Beseitigung resp. Verminderung des Landhungers einzelner Ge meindegenossen. Was die Pacht durch die Genossenschaften anbetrifft, so ist hier zu bemerken, dass die Genossenschaften der russischen Bauern, die zum Zwecke der Pacht gebildet werden, nicht Produktivgenossenschaften sind, sondern Genossenschaften, die nur zum Zwecke des Kaufes resp. der Pacht gebildet werden. Das in Pacht übernommene Land dient also keiner korporativen Unternehmung, sondern ausschliesslich den persön lichen Bedürfnissen jedes einzelnen Genossen. Die Kleinbesitzer nehmen an einer solchen Genossenschaft teil, um das knappe Budget ihrer Wirt schaft durch die gepachteten Grundstücke zu verbessern, die wohlhabenden Bauern — zu Unternehmungszwecken. Da der Geldanteil jedes Genossen ziemlich hoch ist und da der Vorteil von solcher genossenschaftlichen Pachtung für verschiedene Gruppen der Wirtschaften verschieden äst, so bilden sich die Genossenschaften solcher Art am häufigsten im Mittel grundbesitze, wo aber die Bevölkerung differenziert ist und Grossbauer und Kleinbauer sich gegenüberstehen, kommt diese genossenschaftliche Pachtform sehr selten vor. Es ergibt sich also, dass da, wo die kapita listischen Verhältnisse auf dem platten Lande am weitesten entwickelt sind, und wo eine bedeutende Zahl grösserer Bauernwirtschaften besteht, die nach Gesichtspunkten der Unternehmung geleitet werden, die genossen schaftliche Pacht am wenigsten entwickelt ist. Und umgekehrt kann man aus der geringen Ausdehnung der kapitalistischen Pacht schliessen. Unter den verschiedenen Kategorien von Pächtern — Gemeinden, Genossen schaften und einzelnen Bauernwirten — sind die letzten als die vor herrschenden zu bezeichnen. 1 ) So macht von der gesamten Zahl der Pachtfälle im Jahre 1900 die Zahl der Pachtfälle von den einzelnen Bauernwirten 87,7 Prozent aus. Was den Charakter dieser Pacht seitens einzelner Bauernwirte anbetrifft, so ist sie eine Geldpacht — • in ganz Neurussland macht sie 78,2 Prozent von allen Arten von Pacht aus. Dass die neurussischen Pächter Unternehmungszwecke verfolgen, wird auch durch die Grösse *) Vgl. Manuilow, Die Bauernpacht. Studien über die Agrarfrage. Bd. II. Schullze- Qävernitz. Volkswirtschaft!. Studien aus Russland. Kap. Agraria.