69 dagegen besteht im Qouv. Cherson ein Gleichgewicht und in Taurien sogar ein Mange! von 174 taus. Unsere Berechnung kann nur als eine annähernde betrachtet werden. Verschiedene Kategorien der ländlichen Bevölkerung, die aus verschiedenen Gründen sich der landwirtschaftlichen Beschäftigung zuwenden, werden in unserer Berechnung nicht in Betracht gezogen, da sie entweder nicht genau festzustellen waren oder keine beträchtliche Grösse bildeten. Andererseits aber ist auch der Bedarf an Arbeitskräften viel grösser. Die Bewirtschaftungsweise in der neurussischen Landwirtschaft und die klimatischen Verhältnisse Neurusslands rufen ein grosses Chaos in dem Bedarf an Arbeitskräften hervor. Dringlichkeit des Bedürfnisses nach Arbeitskräften ist am grössten zur Zeit der Erntearbeiten; manch mal ist sie sowohl wegen der Reichlichkeit der Ernte wie auch der Witterungsbedingungen so gross, dass ein bedeutender Mangel an Arbeits kräften hervorgerufen wird. Auch durch die ungleiche Verteilung der ländlichen Bevölkerung, die in einigen Gegenden ziemlich dicht, in anderen dagegen sehr dünn ist, wird vieles dazu beigetragen. Am meisten verursacht einen strichweisen Mangel an Arbeitskräften der chaotische Zustand der Wanderung der Wanderarbeiter. Es sind keine Arbeitsnachweise vor handen, die den Bedarf an Arbeitskräften der Oeffentlichkeit mitteilen und so die Zuströmung der Wanderarbeiter regulieren könnten. Die Zahl der nach Neurussland kommenden Wanderarbeiter beträgt im Durchschnitt etwa 5 Millionen Menschen. Die unerträglichen Lebens verhältnisse in Zentral-, Südwest- und Kleinrussland jagen eine grosse Masse von Bauern aus ihren Heimstätten in die neurussischen Gouverne ments. Landhunger, Wachstum der Rückstände, zahlreiche hohe Abgaben und Steuern, Mangel an Arbeitsgelegenheit, niedrige Arbeitslöhne, hohe Kauf- und Pachtpreise des Bodens, Gebundenheit an die Scholle — dies sind die Zustände in der Bauernschaft des grössten Teiles der russischen Gouvernements, wodurch eine Masse von Bauern gezwungen wird, als Wanderarbeiter nach Neurussland zu wandern, trotz der verschiedenen Verbote und Hindernisse, die ihnen bereitet werden, trotz der kläglichen Zustände in ihrem Wanderleben und der Ungewissheit über die Verdienste in den Gegenden, wohin sie wandern. Die Zustände in Zentral-, Süd west- und Westrussland verschlimmern sich mit jedem Jahre und die Zahl der nach Neurussland kommenden Wanderarbeiter wird immer grösser. Dagegen nimmt auch fortwährend die Zahl derjenigen Wander arbeiter zu, die in Neurussland keine Arbeit finden. Wie wir es zu beweisen versucht haben — wenn auch nur annähernd — ist der Mangel an Arbeitskräften in der neurussischen Landwirtschaft in keinem Falle