Um den Vorteil, den die Entlohnung mit Ernteanteilen dem Arbeiter bringt, zu untersuchen, wollen wir den Naturallohn in Geld umrechnen und dann den Geldwert mit dem Preis der Arbeit vergleichen, den der Arbeiter erhalten hätte, falls in Geld gezahlt worden wäre. Es betrugen im Durchschnitt in den Jahren 1883—1893: (Tabelle LII1) Weizen - der dem Geldwert des in den Weizen Arbeiter Weizenanteil des vom Arbeiter Gouverne ernte in preis gegebene Arbeiters in erhaltenen ments: Pud pro 1 Dess.: pro Pud.: Ernte anteil : Pud: Weizenanteiles in Rubel: Bessarabien 45,2 86 */»—»/• 18,00—27,5 15,48—24,05 Cherson 35,3 94 Vs—»:* 4,87—26,25 4,10- -24,67 Ekaterinoslaw 41,0 92 1 *2 Io 1 13,6 —20,5 12,51- -18,86 der Qeldakkordiohn für dieselbe Arbeit (das Einbringen von Getreide): 3,30—13,85 2,50—10 1,90—10,50 Die in den beiden obenstehenden Tabellen angeführten Angaben gestatten nicht bestimmte Schlüsse zu ziehen. Doch ist kaum zu zweifeln, dass der Naturallohn in der Form von Ernteanteilen für den Arbeiter einen grösseren Wert, als der Geldlohn darstellt. 1 ) Vom Standpunkt der Ergänzung des mangelhaften Budgets einer minder wohlhabenden Bauernwirtschaft bringt zweifellos die Entlohnung in Ernteanteilen einen Vorteil, indem sie dem grundbesitzenden Bauern ermöglicht, ohne Kapital auszugeben und zur Pachtung zu greifen, den Mangel an Getreide resp. Futter für das Vieh auszugleichen. Indem die Entlohnung mit Ernteanteilen durch den Mangel an Land des grund besitzenden Bauern entsteht, wird sie also zu einer Aufhebung dieses Mangels. Andererseits aber wird die Arbeit bei der Entlohnung in Ernte anteilen unterschätzt und ihr Preis fällt. Während die Menge der zu verrichtenden Arbeit, soweit nicht neue Maschinen sie erleichtern, unbedeutende Aenderungen erlitt, verminderte sich der Teil, den der Arbeiter erhält. Frühere höhere Anteilsquoten sind, wie schon oben betont wurde, zu einer «Wohltat» geworden. Indem ferner für den Guts herrn die Entlohnung in Ernteanteilen den Vorteil bringt, dass sie in keinem Falle für ihn einen Verlust bedeutet, hängt der Lohn und damit der Zustand seiner eigenen Wirtschaft von den Erntezuständen und den Getreide-, resp. Heupreisen ab. Im Falle der Missernte leidet der Bauer (Tabelle L1V) in den Gouvernements: Bessarabien Cherson Ekaterinoslaw der Geldwert des vom Arbeiter erhaltenen Weizen anteiles : 15,48—24,05 4,10—24,67 12,51 — 18,86 t) Vgl. Annensky a. a. D,; Karischew, Die Bauernpacht. Dorpat. 1892.